Monatsbetrachtungen

Mit dem Beginn dieses Kalenderjahres möchte ich für jeden saisonalen Monat ein wenig über Bienen plaudern.

Ist ja mein Lieblingsthema.

Da dies ja keine Zeitung, sondern ein virtuelles Medium ist, werde ich einfach so wie „es mir über den Weg läuft“ – immer wieder mal auch etwas ergänzen was mir interessant erscheint.

Jetzt, am Jahresanfang beschäftigt sich ja jeder Imker (oder der es werden möchte) – mit der Theorie.

Das ist sehr gut, denn wenn die wirkliche Arbeit beginnt, wird wenig Zeit dafür sein. Da ist es gut wenn man schon ein halbwegs ausgegorenes Konzept – oder sich zumindest eine Vorstellung von dem was man möchte, zurechtgelegt hat.

Jetzt ist (noch) die Zeit der „vielen Möglichkeiten“ von denen man sich dann (meist recht rasch) für EINE zu entscheiden haben wird.

Aber sagt man nicht: „die Vorfreude sei die schönste Freude?“

Für mich trifft das jedes Jahr zu.

In diesem Sinne wünsche ich viel Freude mit dem kommenden Bienenjahr.

Jannuar

Im Jänner sind wir ja bereits mitten im Bienenjahr. Es hat schon begonnen mit der Einwinterung, ja sogar eigentlich schon nach der letzten Schleuderung. In dem Augenblick wo wir unser Interesse den Winterbienen zuwenden hat das neue Bienenjahr begonnen. Es entspricht mehr unserem Schuljahr, als dem Kalenderjahr.

Die Frage ob wir alles richtig gemacht haben wird wohl so manchen Imker durch die Wintermonate begleiten. Im Spitzenfeld des Fragenkataloges steht die Varroabehandlung. Wann? Womit? Wie oft? – das sind die Standardfragen auf die es verschiedene Antworten gibt und die uns in dieser Jahreszeit bewegen.

Hoch gelegene Stände sind oft unter dicken Schneepolstern begraben und das finde ich wunderbar. Hier haben die Bienen absolute Ruhe. Wenn die Völker ein Bodengitter haben, sollte man sie überhaupt nicht stören. Im Falle eines festen Bodens ist nur auf eine Vereisung des Flugloches zu achten und nötigenfalls für genügend Luftzufuhr zu sorgen. (Totenfall beim Flugloch). Lockere Schneepolster sind luftdurchlässig und können belassen werden.

Bei uns in Wien sind die Stände nur selten so eingeschneit und hier ist (bei Vollholzboden) gelegentlich nachzusehen ob der Wintertotenfall nicht das Flugloch verlegt. Das sieht man leicht von hinten durch den Putzkeil.

Sollten bei einzelnen Völkern trotz kaltem Wetter Bienen abfliegen oder Unruhe zu bemerken sein, ist dieses Volk für eine zeitige Kontrolle vorzumerken. Es könnte Weisellosigkeit sein oder auch „nur“ eine Störung. Wurden Mausschutzgitter angebracht so ist eine Belästigung durch Vögel möglich.

Meisen picken gern an den Fluglöchern rum um sich einzelne Bienen abzufangen. Wenn der Grünspecht (auch Grau -, oder Erdspecht genannt) – sein Unwesen treibt, ist das meist leicht zu sehen. Da helfen dann nur Vogelnetze oder auch Hasengitter oder ähnliches.

Wenn man ein Volk mit einem Schlauch oder beim Putzkeil „abhört“ – und auf ein leichtes Klopfen ertönt das vertraute Summen, ist alles in Ordnung. Manche Imker sehen das zum Jahreswechsel an als Neujahrsgruß. Der Imker fragt – die Bienen antworten.

Aber grundsätzlich ist die beste Pflege im Winter – die Ruhe.

Eine Windelkontrolle gibt Auskunft über den Totenfall und den Bienensitz. Wichtiger jedoch auch darüber ob kein ungebetener Gast im Volk ist. Oft wurden schon mit dem Mausgitter, Mäuse im Volk eingesperrt. Denn einerseits möchte man es so spät wie möglich und so früh wie nötig einsetzen.

Die meiste Arbeit wird in den Wintermonaten in der Werkstatt ablaufen um alle Gerätschaften wieder für die neue Saison vorzubereiten oder neu anzufertigen. Eine nette Geste gegenüber der Natur wäre auch die Anfertigung eines „Solitärbienen-Hotels“. Dabei sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Sehr praktisch und von steigender Bedeutung erweisen sich einfache Ablegerkästen im Standmaß. Wer sich mit der Mini Plus Betriebsweise vertraut gemacht und ihre Vorteile erkannt hat muss sich fragen warum dasselbe nicht im Standmaß ebenso möglich sein sollte. In Zeiten der Varroa ist nicht nur eine überwinterungsfähige Königinnenreserve, sondern auch eine Reserve an Ablegern sinnvoll.

Solche handlichen Kästen sollten genauso wie Mini Plus, aufsetzbar sein. In der Saison sind sie rasch zur Hand, können als Wabenbock dienen und kommen mit relativ wenig Bienen und Brutwaben bei der Verwertung wertvoller Weiselzellen aus.

Auch sollten diese Monate unbedingt für Weiterbildung und Information genutzt werden. Eine Mitgliedschaft im örtlichen Bienenverein sehe ich als obligat an. Wer Bienen halten möchte muss auch die nötige Zeit dafür erübrigen können. Für gestresste Städter möchte ich noch sagen dass die Arbeit mit Bienen wohl ihre Grundeinstellung zum Begriff Zeit wohltuend verändern könnte. Weiters steht uns heute ein Internet zur Verfügung mit nahezu unbegrenzter Informationsbreite. Das macht natürlich erst wirklich Sinn wenn ich auch mit Menschen darüber sprechen kann. Denn die Informationsflut wird (besonders für Anfänger) auch leicht unüberschaubar.

Besonders die Wahl der Beute und des Rähmchenmaßes macht ja Anfängern immer zu schaffen. Dazu will ich einen recht praktischen Rat geben. Wählen Sie ein Standardmaß wo auch die Preise durch Serienfertigung am günstigsten sind. Den Bienen ist das Rahmenmaß ziemlich egal, aber der Brieftasche nicht.

Ungeduld ???    ???

Imker werden leicht ungeduldig: Das höre ich manchmal in Gesprächen heraus. An sich nichts Ungewöhnliches aber ich möchte betonen dass die beste Pflege jetzt – Ruhe ist. Die Frage – „wann kann ich denn nachschauen“? – ist noch länger nicht einmal spruchreif.

Ich kenne Jahre da hatten wir im Jänner bereits einen Reinigungsflug. Das Wetter ist eben verschieden.

Jede Beunruhigung verbraucht Energie – Futteraufnahme ist die Folge und die Kotblase wird stärker belastet. Bitte einfach Pfeife rauchen und zwar nicht nebenbei – sondern anstatt !!!

Noch haben die Völker keine Brut und daher ist der Futterverbrauch nur gering. Eine Nachschau also völlig unnötig. Das gilt genauso für`s Anheben.

Februar

Langsam rücken die Zeiger der Jahresuhr weiter. Auch wenn wir es noch nicht bemerken werden die Tage bereits wieder länger. Die Tageslänge wird sich in diesem Monat um fast eineinhalb Stunden verlängern. Kurze Föhnwetterlagen können um die Mittagszeit bereits Temperaturen hervorrufen welche die Bienen herauslocken. Ein Reinigungsflug wäre auch keineswegs zu früh und würde die Bienen anschließende Kälte besser überstehen lassen. In manchen Lagen war das bereits im Jänner der Fall. Aber jetzt steigt langsam, sowohl die Wahrscheinlichkeit als auch die Notwendigkeit.

Die Fluglöcher müssen deshalb wieder kontrolliert werden um den Weg hinaus von Totenfall freizuhalten. Besonders die Mausschutzgitter können in Verbindung mit dem Totenfall zu einer wirklichen Blockade führen.

Besonders die beliebten Fluglochrechen können sehr leicht von toten Bienen verlegt werden. Beim Reinigungsflug versperren sie den Weg und so bleiben viele tote Bienen dahinter liegen.

Bei Vollholzböden wird die Luftzufuhr unterbunden und die Völker können ersticken.

Bei Böden mit Lüftungsgitter entsteht bei Flugwetter große Unruhe im Volk, es wird empfindlich gestört und der Totenfall erhöht sich oft dramatisch. Immerhin bleibt ja der Ausgang verschlossen.

Die Kontrolle der Stockwindel zeigt uns wo der Bienensitz ist und gibt auch über die Stärke des Volkes Auskunft. Beim neuerlichen Einlegen der Bodeneinlage ist darauf zu achten sie nicht bis zum Flugloch zu schieben um Dieses nicht zu versperren. Sei es durch ein durch Feuchtigkeit bedingtes Werfen der Einlage oder auch durch einige verbliebene tote Bienen die damit genau vor die Öffnung geschoben würden.

Feuchtigkeit auf der Stockwindel lässt auf bereits vorhandenen Bruteinschlag schließen. Warum eigentlich? Nun, da die Beutenwand ja kalt ist und die Brutnestteperatur hochgefahren wird entsteht vermehrt Kondenswasser. Viele Völker fangen mit ganz kleinen Brutkreisen schon recht zeitig an. Das macht die kommende Zeit auch zum Risikofaktor. Wegen der Brut heizen jetzt die Bienen im Kern der Traube die Temperatur auf ca. 35 Grad hoch. Jetzt beginnt die Futterzehrung die bisher noch eher gering war anzusteigen. Die Heizleistung der Bienen verbraucht viel Energie welche nur durch erhöhte Futteraufnahme erreichbar ist. Gleichzeitig wird dabei die Bewegungsmöglichkeit der Wintertraube eingeschränkt.

Bei genügender Wärme um die Mittagszeit herum ist es auch möglich die Abdeckungen auf eventuelle Nässe zu kontrollieren. Manchmal hat der Winter sicheinen Zugang verschafft und eine durchnässte Abdeckung sollte ausgetauscht werden. Falls ausgefallene Völker dabei sind gehören die entfernt bevor sie ausgeplündert werden können. Wenn die bereits übersehen wurden und Bienen naschen bereits an dem unverhofften Segen wird die Beute offen belassen und nur die Waben entfernt. Das gilt nicht nur jetzt sondern Grundsätzlich. Je stärker der Raub desto wichtiger ist es die leere Beute offen stehen zu lassen damit der „Rausch“ wieder abklingen kann ohne die Nachbarvölker einem erhöhten Druck auszusetzen.

Der Februar kann sehr unterschiedlich ausfallen. Von klirrender Kälte (manchmal der kälteste Monat des Jahres) bis zum regen Bienenflug mit Polleneintrag aus vielen Frühblühern wie Hasel, Erle, Huflattich, Krokus u.a. ist alles möglich. Daher sind die Maßnahmen auch nicht starr festzulegen. Bei sehr warmen Wetter kann auch schon mal eine Futterkontrolle angebracht sein wenn der Verdacht besteht die Bienen könnten vom Futter „abgerissen“ sein. Wenn sich die Bienentraube von der Mitte weg zu einer Seite bewegt hat, kann das gelegentlich einmal passieren. Aber es stellt die Ausnahme dar und rechtfertigt nicht ein leichtfertiges Öffnen der Völker.

Bis März gilt noch immer der Leitsatz: „ Ruhe ist die beste Bienenpflege“.

Falls Vogelnetze angebracht wurden deren Maschenweite groß genug ist können sie auch bei einem Reinigungsflug belassen werden. Ist man vor Ort, schlägt man sie nur ev. zurück. Zum Entfernen ist es noch zu früh.

Ungeduld meistert ein Imker am besten durch theoretische Beschäftigung mit seinen Lieblingen, sei es in einem der meist um die Zeit beginnenden Kurse, durchackern von Literatur und Gesprächen im Forum. Geteilte Ungeduld ist auch hier die halbe Miete, denn es geht ja Allen so.

Besonderes Augenmerk sollte jetzt auf die großzügige Bereitstellung von Rähmchen, Mittelwänden, Reservebeuten, Zargen und Ablegerkästen gerichtet werden. Jedes Bienenjahr verläuft etwas anders und besonders kleine Hobbyimker und Anfänger werden oft von der enormen Rasanz überrascht wenn die Natur so richtig loslegt. Bedenken wir, der aufsteigende Zyklus beträgt gerade mal rund acht Wochen bis zur Sommersonnenwende. In der dritten Aprildekade beginnen bei gutem Wetter die Völker rasant zu wachsen und bis zur Sonnenwende, also nur ca. acht Wochen kann es zur Materialschlacht ausarten wenn man nicht vorgesorgt hat.

Jetzt haben wir noch Zeit und Muße um unser Material in Form zu bringen. Bei einer einsetzenden Volltracht dürfen wir keinen Mangel an Zargen und Rähmchen haben und wenn wertvolle Weiselzellen zur Verfügung stehen, keinen Mangel an sauberen Ablegerkästen im Standmaß.

Gut bewährt hat sich bei mir auch ein Hobbok mit Gitter im Boden und Deckel zum abfegen der Bienen von den Schleuderwaben. Es ist viel besser sie da hineinzufegen, als direkt in das geöffnete Volk. Später können sie dann zurückgeleert werden oder als Kustschwarm Verwendung finden. Sollen sie ins Volk zurückkommen ist eine (Reserve) Leerzarge von Vorteil, oder auch ein Schüttrichter für den Putzkeil hinten. Das sollte man sich jetzt überlegen, damit die Arbeit dann zügig durchgeführt werden kann.

Jedes Jahr werden oft bis in den Oktober hinein Königinnen verlangt, für ein weiselloses Volk oder wenn eine Königin nicht den Erwartungen entspricht. Das erübrigt sich wenn einige Ablegerkästen zur Verfügung stehen die in der Zeit des Aufwärtstrends praktisch so nebenbei erstellt werden können wenn – ja WENN –leere Kästen griffbereit zur Verfügung gestanden sind.

Nicht vergessen auf einige Futtertaschen. Ein Ablegerkasten ist nur komplett mit einer Futtertasche, ganz besonders wenn Ableger am gleichen Stand erstellt werden. Die Flugbienen gehen dabei verloren also ist in dem Fall eine Futtertasche obligat. Dazu genügt es ein Rähmchen beidseitig mit einer Hartfaser-, oder Forexplatte zu versehen, also kein besonderer Aufwand. Für flüssige Fütterung ungeeignet aber für festen Honig oder Teig kein Problem. Als Faustregel kann man sagen: „Die Anzahl der Ablegerkästen soll die Hälfte der Anzahl der Wirtschaftsvölker betragen“. Dann ist man auf der sicheren Seite.

Wer darüber hinaus noch Königinnen heranziehen möchte ist in der heutigen Zeit mit Apidea Kästchen sicher gut beraten. Ich verwende zwar mit Vergnügen und auch Erfolg noch immer zusätzlich EWK`s (Einwabenkästchen) – trotz vieler Gegenargumente, aber für einen Neueinsteiger sind die Apidea`s sicher zeitgemäßer.

Dennoch; ich möchte einige gebräuchliche Gegenargumente gegen das EWK hier näher betrachten. Vorab einmal – für den Liebhaber ist nun mal ein Glaskästchen wo er den Werdegang seiner Königinnen beobachten kann ein nie versiegender Quell der Freude. Das mag für einen nüchternen Berufsimkernur Nostalgie sein, aber für mich gilt das trotz langer Imkerpraxis nach wie vor.

…die junge Königin ist voll integriert und für die Belegstelle bereit

Dem Gegenargument – Königinnen würden unbedingt eine Wabengasse benötigen widerspricht schlicht und einfach die Praxis. Generationen von Züchtern haben wunderbare Königinnen hervorgebracht – ausschließlich mit EWK´s. Dem Argument man könne darin keine Königinnen bis in den Herbst hinein in Reserve halten – stelle ich einen einfachen aber wirkungsvollen Trick entgegen. Man nehme 2, 3, oder auch mehrere EWK´s denen die Königin bis auf EINE entnommen wurde, entfernt die Zwischengläser und bindet sie mit einer Schnur auf einen Block zusammen. Ein Flugloch offen die anderen verschlossen kann man sie bis in den November hinein halten. Links und rechts gibt man auf die Scheibe noch ein Brettchen oder Styropor.

Einige flache Böden mit kleinem Flugloch in Reserve zu haben empfiehlt sich für die Erstellung von Zwischenablegern. Besonders in Schwarmjahren erspart man sich hier viel Zeit durch Wegfall des aufwendigen Zellausbrechens. Wir haben das etwas anders gelöst. Unsere Zargen haben alle ein mit Korken verschlossenes Bohrloch. Daher brauchen wir nur ein dünne (Forex) Platte statt des Bodens. Da diese Platte im Deckel Platz hat, habe ich sie auch immer zur Hand.

Wie man sieht gibt es immer Alternativen aber jetzt ist die Zeit darüber nachzudenken und entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Es gibt immer mehrere Möglichkeiten, aber die Entscheidung muss VOR der Saison getroffen werden.

Wenn um die Zeit ein Volk auffällig ist, sei es dass es zu Unzeit fliegt und/oder heult – so wird ein deutlich lauterer, unruhiger Ton benannt – besteht der Verdacht auf Weisellosigkeit. Gesunde Völker sind ruhig und antworten auf leichtes Klopfen an der Beute mit einem kurzen vielstimmigen Summton der sogleich wieder verebbt und nur mehr ganz zart vernehmbar bleibt.

Solchen Völkern ist um diese Jahreszeit nur mit einem Ableger oder einem überwinterten Apidea zu helfen. Ein Ableger kann um diese Zeit problemlos an das Volk herangerückt oder aufgesetzt werden. Wer besonders vorsichtig herangehen möchte kann ihn über Zeitungspapier oder Küchenrolle aufsetzen, ist aber kaum nötig. Ein Apidea setzt man über das Spundloch und einer Leerzarge auf. Es ist aber wieder eine Temperatur von wenigstens +10 Grad abzuwarten, da sich die Bienen sonst nicht vereinigen können.

März

Auf los, geht`s los.

In diesem Monat dürfen schon langsam die Ärmel aufgekrempelt werden. Bei Temperaturen über +15 Grad ist die erste Frühjahrsrevision vorzunehmen.
Sobald der erste etwas regelmäßigere Flug möglich war, sind schon die Mausschutzgitter entfernt worden. Jetzt darf nichts mehr die Pollensammlerinnen in ihrer Arbeit behindern.

Die Revision dient in erster Linie der Stärkebeurteilung, Brutkontrolle, Säuberung der Böden (sofern nicht bereits von den Bienen erledigt). Das alles wird in der Stockkarte vermerkt. Völker mit blitzsauberem Boden, besonders bei hohem Boden – erhalten das ebenfalls vermerkt, denn ein ausgeprägter Putztrieb gehört mit zu den wertvollsten Eigenschaften.

Bei den ausgefallenen Völkern ist eine genauere Beurteilung sinnvoll. Stecken die Bienen in den Zellen? Sind sie vom Futter abgerissen? Waren sie schon länger weisellos? Dazu und um Anhaltspunkte zu bekommen ist das Studium der vorjährigen Stockkarten notwendig. Stärke der Einwinterung, Abnahme des Futters bei der Einwinterung, Zeitpunkt der Behandlungen (besonders der ersten Behandlung) und die Sommerstärke. Alle „Auffälligkeiten“ können zum Gesamtbild beitragen.

Auch jene Völker die bestens durch den Winter gekommen sind dienen dem Vergleich

.
Im Frühjahr wird NICHT ausgelesen!

Da zählt jedes Volk. Also werden auch Schwächlinge nicht aufgerlöst, sondern wenn die Brutwilligkeit der Königin erkennbar ist, den starken Völkern über Absperrgitter aufgesetzt. Genauso wie es Schwächlinge gibt, gibt es auch überstarke Völker welche mühelos Ammenbienen an das aufgesetzte Volk abgeben können. Gerade diese überstarken Völker sollen etwas gebremst werden wenn man nicht schon Ende April mit einem Schwarm rechnen möchte.
Rund 4 Wochen später werden diese aufgesetzten „Gastvölker“, die jetzt ihre Zarge voll ausfüllen abgenommen und am gleichen Standort aufgestellt und sogleich erweitert.

Die Wirtsvölker werden auf einen neuen Platz verstellt.

Dieser Tausch ist wichtig da sie trotz der „Mitpflege“ des Gastvolkes oft schon hart an der Grenze der Schwarmlust stehen. Eine Woche nach dieserMaßnahme hat man bereits zwei ähnlich starke Völker mit gleicher Dynamik.

Natürlich wird die Königin des Gastvolkes von der Weiterzucht ausgeschlossen.

Aber auch hier gibt es Ausnahmen!

Wenn die Schwächung erkennbar durch äussere Umstände erfolgt ist. Z.B. Specht oder Mäuseschäden usw. In dem Fall wird aber das Gastvolk seine Vitalität und Gesundheit nach Abnahme vom Wirtsvolk zu bestätigen haben.

Als Gastvölker eignen sich besonders die wirklichen Schwächlinge. Es scheint so zu sein dass diese Völker die Hilfe „von unten“ am bereitwilligsten annehmen. Dabei ist das Wabenwerk auf Sauberkeit zu kontrollieren. Sollten Kotspritzer zu sehen sein , so sind diese Waben wenn eine Säuberung nicht möglich ist, aus dem Verkehr zu ziehen und einzuschmelzen da sie Nosemasporen enthalten können.
Bei Schimmelbildung auf den Randwaben, was besonders bei vollen Böden und kleinen Flugloch auftreten kann ist zu unterscheiden zwischen Pollen – und Wabenschimmel. Verschimmelter Pollen ist giftig und gehört unbedingt entfernt. Sind es nur einige Zellen genügt es sie mit dem Messer wegzukratzen. Wabenschimmel kann solange nur eine kleine Ecke davon betroffen ist ohne weiteres belassen werden. Er ist zumindest harmlos.

Dr. Bretschko hielt ihn (in begrenztem Maß) sogar für möglicherweise nützlich, da seiner Aussage nach, Wabenschimmel ein entfernter Verwandter des Penicillins wäre. Er hatte vor das weiter zu verfolgen, kam aber leider nicht mehr dazu.

Eine Reizfütterung um diese Zeit kann man sich getrost ersparen. Flüssigfutter würde im Falle eines Temperatursturzes stehen gelassen werden und wäre nur ein kalter Fremdkörper im Volk und Futterteig wäre bei einem Volk mit ausreichenden Vorräten eine unnötige Belastung.

Eine mögliche Ausnahme könnte mit Pollen versetzter Futterteig darstellen. Hier könnte eine gewisse Reizwirkung gegeben sein. Dahingehende Versuche sind aber erst im Anfangsstadium. Auf jeden Fall dürfte aber NUR eigener bzw. regionaler Pollen, wegen der Gefahr der Honigverfälschung, Verwendung finden.

Wenn die Vorräte nicht ausreichen hängt man am Besten eine oder zwei Honigwaben an das Brutnest heran. Wenn Diese nicht zur Verfügung stehen dann kann man sich mit über dem Bienensitz aufgelegten Futterteig behelfen. Wir dürfen nicht vergessen dass jetzt offenes Futter benötigt wird. Die Bienen verwenden zum auflösen des Teiges das Kondenswasser welches sich unter der Folie bildet. Einen besonderen Brutreiz stellt dieses Futter nicht dar aber als Notfütterung ist es durchaus ein Option.

Völker auf niederem Boden haben diesen in der Regel bereits längst gesäubert, bei hohem Boden sieht das anders aus. Besonders bei Überwinterung auf zwei Zargen. Erst wenn die Bienentraube in die Nähe des Bodens durchhängt wird sie ihn säubern. Man sollte also bei der Beurteilung von unsauberen Böden differenzieren und sowohl die Volksstärke als auch den Bienensitz mit berücksichtigen.
Ist die untere Zarge bienenfrei so kann man sie entnehmen und gleichzeitig den Boden tauschen oder rasch reinigen. Eine weitere Einengung erfolgt beiZander oder EHM nicht.

Weisellose Völker können jetzt problemlos auf andere aufgesetzt, oder mit einem Ableger vereinigt werden.

Gegen Ende März sind in manchen Jahren recht warme Perioden durchaus möglich und es ist sinnvoll die Bienentränke wieder zu aktivieren. Sie sollte in der Sonne stehen da kaltes Wasser in der Regel ignoriert wird. Wir können das Wetter nicht vorhersagen und von warm und trocken bis kalt und feucht oder auch Frost ist alles möglich. Die Bienen werden selbst entscheiden wann sie die Tränke benötigen und annehmen. Aber sie sollten die Wahl haben.

Für eine kleine Tränke genügt ein dicht schließendes Gefäß mit Ablasshahn der in einen einfachen Blumenuntersetzer hineinreicht. Mit Leca gefüllt haben die Bienen einen idealen Landeplatz und das Leca erwärmt sich auch leicht in der Sonne. Auch ist der Untersetzer einfach zu reinigen.

Natürlich kann mit Moos oder Zweigen der Feuchtbereich gestaltet werden – und so auch möglicherweise attraktiver für Bienen sein.

Wer bis Ende des Monats noch keine Mittelwände bereitgestellt hat für den wird es jetzt allerhöchste Zeit. Eine rasche Erweiterung des Volkes ist nur über ganze Mittelwände erreichbar. Ob man Rähmchen mit Hoch-, Schräg-, oder Querdrahtung verwendet ist meiner Meinung nach ziemlich egal. Ich habe bereits alle gehabt und keinen wirklichen Vorteil der einen oder anderen Methode entdecken können. Ich setze die Mittelwand immer an der Oberleiste an, aber auch das ist eher Geschmackssache.

Wenn der Bautrieb voll eingesetzt hat kann man auch im Brutraum als unterste Zarge mit Vorbaustreifen erweitern. Auf diese Weise kann sich das Volk im Naturbau entfalten und wir verzeichnen einen Gewinn an Bienenwachs welches bei geplanter Aufstockung der Völker sowieso meist den Begrenzungsfaktor darstellt.
Bei starken Völkern kann man optional bereits jetzt einen Drohnenrahmen seitlich einhängen. Im April ist es dann ein Muss. Man verwendet dazu ein ausgeschnittenes Rähmchen wo noch ein kleiner Rest der Wabe an der Deckenleiste verbleibt. Das ist wichtig da der Rahmen im März nur ganz an die Seite gegeben wird. So verhindert man einen Querbau.

Die Märzrevision ist natürlich nicht in allen Gebieten möglich. Bei mir in Wien gab es diesbezüglich nur selten ein Problem. In größeren Höhenlagen verschiebt sich dieser Eingriff natürlich entsprechend.

April

In den Niederungen hat bereits seit einiger Zeit der Frühling mit Weiden, Löwenzahn, Winterling, Krokus, Mandel u.a. Einzug gehalten. In höheren Lagen verzögert sich die Entwicklung und damit auch die Bienenarbeit.

Wer die Möglichkeit hatte im März mit der Auswinterungsrevision seine Völker zu ordnen und einen ersten Eindruck über Futtervorrat und Bruteinschlag gewonnen hat, der kann sich nun etwas Zeit lassen. Da ja der Raumbedarf angepasst wurde, darf jetzt ruhig ein wenig Druck in den Völkern entstehen. Man sieht das am Besten bei einem Blick durch den Putzkeil. Erst wenn die Rähmchenunterseiten gut mit Bienen besetzt sind ist an eine Erweiterung zu denken.

Auf diese Weise übersteht das Volk auch am besten, mögliche Wetterkapriolen die in diesem Monat noch recht wahrscheinlich sind. Es ist sinnvoll sich eine Stärkeskala anzugewöhnen um rasch die Völker bewerten zu können. Wir halten uns dabei an die „gewohnte“ Benotung aus derSchulzeit,
also:

1 = sehr gut (Spitzenvölker)

2 = gut ( meist die Völker die am wenigsten Arbeit machen – bei gutem Ertrag)

3 = befriedigend ( Völker die es „gerade noch“ schaffen sich aus eigener Kraft zu entwickeln)

4 = unbefriedigend (Völker schaffen es nicht aus eigener Kraft)

die Note 5 entfällt
Allerdings hat sich in der Praxis gezeigt diese Zahlen durch + und – weiter zu splitten. Also finden sich in den Aufzeichnungen auch Stärkebeurteilungen wie +1

oder – 3 wobei 3 – etwas besser ist als 3 – 4 usw. Diese Skala kann sich jeder selbst zurechtlegen, sollte aber bei einem einmal gewählten System bleiben.

Da die Beurteilung gewohnheitsmäßig immer vorgenommen wird ergibt sich entweder eine gewisse Kontinuität oder ein Bruch – beispielsweise wenn ein Volk geschwärmt ist. Aber vor allem kann man dann daraus die Dynamik eines Volkes ablesen.

1er Völker brauchen in diesem Monat auch unsere erste Aufmerksamkeit,

2er Völker geben sich da weit gemütlicher.

Im April fällt auch bereits die Entscheidung für Nachzuchtwürdigkeit. Sanftheit vorausgesetzt halte ich gute Überwinterung und zügige Frühjahrsentwicklung für das wichtigste Zuchtkriterium. Alles Andere ist Zweitrangig.

Das Gesamtsystem der Stärkebeurteilung ist dennoch relativ. Das stärkste und das schwächste Volk bestimmen die Bandbreite. Das variiert etwas in jedem Jahr.

Grundsätzlich möchte ich zusammenfassen:

Ebenso wie ich eine möglichst zeitige Auswinterungsrevision im März begrüße, schätze ich es, mir im April, bei der Frühjahrsrevision etwas Zeit zu lassen. Da sind bereits die Stärkenotizen vom März hilfreich. Bevor nicht die Einservölker vom März die Rähmchenunterseiten (Putzkeilansicht) gut abdecken brauche ich bei den anderen gar nicht nachschauen. Zwischen den beiden Revisionen liegt idealerweise ein Zeitfenster von 3 – 4 Wochen. Ideal um einen netten 14 Tage Urlaub einzubauen und recht praktisch um meine Ungeduld zu zügeln.

Ab Mitte April geht es dann, gutes Wetter vorausgesetzt, wirklich zur Sache.

Es ist eine kritische Zeit. Trotz schlüpfender Bienen ist der Abgang zum Monatsanfang noch nicht wirklich kompensiert und die bereits herrschende Blütenumgebung bietet auch noch keine nennenswerte Tracht. Der Futtervorrat ist also gerade jetzt im Auge zu behalten und im Zweifelsfall (der eigentlich nicht eintreten sollte) sogar flüssig zu ergänzen. Der starke Bruteinschlag erfordert offene Futterkränze und darf durch nichts unterbrochen werden. Der Mindestfuttervorrat sollte noch 5 kg betragen und wenn es mehr ist schadet das keineswegs.

Diese erste Entwicklungsphase zwischen den beiden Revisionen ist auch der erste Prüfstein für die Saison. Es ist wie bei einem Weitsprung. Stimmt der Anlauf sehen die Chancen für einen guten Flug auch gut aus.

Das Tempo der Entwicklung wird jetzt maßgeblich vom Wetter bestimmt. Daher bleibt diese kritische Zeit immer ein Balanceakt und variiert von Jahr zu Jahr. Durch das Wetter kann jetzt das Tempo der Entwicklung stark beschleunigt oder gebremst werden.

Bereits 1 -2 Wochen später können die Voraussetzungen für den ersten Korrektureingriff bei 1er Völkern gegeben sein. Der Zuwachs an Bienen beginnt deren Abgang zu überwiegen und die Populationskurve geht von da an steil nach oben.

Wird dieser Entwicklungssprung verpasst oder übersehen geraten die 1er Völker unweigerlich in Schwarmstimmung.

Hier trennen sich auch die Wege des Züchters und des Honigimkers.

Für Letzteren geht es darum, den Aufwärtstrend so lange als möglich hinauszuziehen, sei es durch ausgleichen von Völkern durch Brutwabenentnahme die dann Schwächeren gegeben werden, oder/und aufsetzen von Zargen mit Mittelwänden. Dabei werden auch 2-3 Brutwaben nach oben in die Mitte gehängt.

Viele Diskussionen drehen sich immer wieder darum was sinnvoller wäre, Auf-, Unter-, oder Zwischensetzen. Dabei hat alles seinen Sinn wenn der Zeitpunkt stimmt.

Aufsetzen – ist sinnvoll beim ersten Korrektureingriff. Das Volk hat keine nennenswerte Futterkappe mehr welche eine Blockade nach oben darstellen könnte. Es wird ja gelegentlich darüber geklagt, einzelne Völker würden die Aufsatzzarge ignorieren und stattdessen in den hohen Boden bauen. Der Grund dafür kann eine Brut – und Bienenmassierung in der Bodenzarge sein. Beim Aufsetzen sollte sich die meiste Brut in der zweiten Zarge befinden. Ein gewisser Leerraum in der Bodenzarge wirkt schwarmhemmend und hat durchaus seinen Sinn. Bei gutem Wetter und Tracht dient dieser Freiraum als notwendiges Zwischenlager.

Steht dieser Raum nicht zur Verfügung fühlt sich das Volk eingeengt, trotz der Aufsatzzarge und baut nach unten um genau diesen Freiraum zu schaffen. Dadurch engt es sich aber weiter ein, die Bienenmassierung konzentriert sich hier immer mehr und die Schwarmlust ist nicht mehr weit. Oft wird angenommen die fehlende Baulust in der Aufsatzzarge sei der Schwarmlust zuzuschreiben. Dem widerspricht aber der ausgebaute Boden, der in seinen Anfängen meist gar nicht oder zu spät bemerkt wird.

Stimmt die Verteilung der Brut und Besatzdichte so ist eine willige Ausdehnung nach oben um diese Zeit gegeben und es besteht ein spannungsfreier Entwicklungsverlauf bis zum Brutmaximum.

Zwischensetzen – (Platz 2) ist zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoll wenn man die Baulust nützen und schnell Mittelwänden ausbauen lassen möchte, oder in der Bodenzarge Futterwaben sind die umgetragen werden sollen. ( z.B. Melezitosehonig ). Auch wenn oben bereits breite Futterkränze angelegt wurden ist es nicht mehr empfehlenswert aufzusetzen. Darüber hinaus kann man auf diese Art auch als Standimker viel leichter Sortenhonig ernten, da er sozusagen wie die Jahresringe im Baum, geschichtet ist. Flachzargen sind da natürlich besonders geeignet.

Untersetzen – ist sinnvoll wenn man Naturbau haben möchte, sei es aus biologischen Gründen oder auch nur um mehr Wachs zu bekommen. Da Untersetzen einem späteren Zeitpunkt vorbehalten bleibt ist es auch mit Mittelwänden nur bei Völkern anzuraten die gut durchhängen. Ebenso möglich ist Untersetzen bei einem Volk, welches noch im April als Finisher vorgesehen ist.

Nach der Raumgabe sollte mindestens noch 3 Tage gutes Flugwetter herrschen, (Wetterbericht) dann sind die Mittelwände ausgebaut und die ersten Stifte zu sehen. Die Kirsche steht um die Zeit in voller Blüte und bereits Tage danach kann jetzt eine weitere Zarge auf Platz 2 zwischengesetzt werden. Manche Flachzargenimker geben sogar beide zugleich. Stimmt die Tracht, das Wetter und die Bienenpopulation, ist die Dynamik jetzt wohl am stärksten.

Daher sind bei der Erweiterung auch unbedingt 1-2 leere Rahmen für Drohnenbau einzuhängen. Haben die Rähmchen einen Vorbaustreifen oder den Rest einer ausgeschnittenen Wabe, hängt man sie ganz an den Rand. Sind sie aber glatt ohne Vorgabe kommen sie auf Platz 2. Für Drohnenbau vermeide ich es aber gänzlich neue Rähmchen zu verwenden.

Wer im März Schwächlinge (Gastvölker) auf Einser aufgesetzt hat (Wirtsvölker) – kann jetzt die Beiden wieder trennen, wobei der Gast am Standort verbleibt und der Wirt verstellt wird. Das gleicht aus und man erhält auf diese Weise zwei schöne 2er Völker. Natürlich wird das auf der Stockkarte vermerkt und die Königin des Wirtes verliert dadurch nicht ihren „Status“ der Zuchttauglichkeit.

Es ist die Zeit, kurz vor der depressiven Phase die das Schwarmfieber einleiten würde. In Frühtrachtgebieten verläuft diese Zeit viel dramatischer ab als bei Sommertrachten. Die Kunst um diese Zeit besteht eben darin, die bevorstehende depressive Phase sozusagen vor sich her zu schieben. Es liegt aber in der Natur der Sache dass dies eben nicht immer bei allen Völkern gelingt. Was dann?

Die Antwort darauf ist der Zwischenableger den wir aber erst im nächsten Monat beleuchten wollen.

Zargenwechsel – ist eine Möglichkeit den Aufwärtstrend entgegen zu kommen wenn die Brut in der oberen Zarge „ansteht“ die Bienentraube jedoch in beide Zargen ausgedehnt ist. Das ist in diesem Monat sinnvoll wenn noch kein starker Eintrag ein Zwischenlager (leere Zellen im unteren Bereich) nötig macht. Bis zum Einsetzen der Tracht befindet sich 2/3 der Brut wieder oben. Da durch den Zargenwechsel auch Futterwaben nach unten gelangt sind (und diese langsam auch umgetragen werden) entsteht ein stetiger Futterstrom der als Brutreiz dient.

Jetzt wenden wir uns dem Weg des Züchters zu.

Der Züchter wird bei den Reinzuchtvölkern jedes Ausgleichen vermeiden da er ja selektieren will.

Diese Völker werden gleichzeitig und auf die gleiche Art erweitert. Ausgenommen sind natürlich ältere Zuchtköniginnen von denen bereits Töchter am Stand sind die sich bewährt haben. Diese werden auf Ablegerstärke gehalten damit sie sich nicht frühzeitig verausgaben.

Finisher, das sind Völker welche dazu bestimmt sind bereits (im Starter oder Anbrütekasten) angenommene Weiselzellen bis zu deren Verdeckelung fertig zu pflegen, werden von unten erweitert. Der Grund dafür ist, die Bienenmassierung im oberen Bereich nicht aufzulockern und dennoch das Wachstumspotential nicht zu blockieren. Sie bekommen in manchen Jahren noch im April (29. od. 30.) den Zuchtrahmen. Der Termin richtet sich nach dem Zuchtkalender falls man die Belegstelle schon bei deren Eröffnung beschicken will.

Zukünftige Starter (auf 2 Zargen) werden nicht erweitert, bekommen aber gut 7 Tage vorher ein Absperrgitter. Beim Einsatz als Starter wird die obere Zarge die nun nur ältere Brut enthält auf den Boden gesetzt, einige Waben mit Jungbienen noch dazu geschüttelt und die untere Zarge mit der Königin auf einen neuen Platz verstellt. Nach zwei Stunden werden die belarvten Näpfchen eingehängt.

Soll der Starter für einen längeren Zeitraum zur Verfügung stehen ist er laufend mit verdeckelten Brutwaben zu verstärken. Es kommt eben darauf an ob man kurzzeitig viele Weiselzellen, oder Diese über eine längere Distanz zur Verfügung haben möchte.

Eine weitere Möglichkeit bietet der Anbrütekasten.

Er schont die Völker und ist somit sehr ökonomisch, besonders wenn man eine größere Serie anlegen will.

Der Anbrütekasten besitzt einen großen Gitterboden und kein Flugloch.

Variante 1

Er bekommt nur eine Einzige – mittig eingehängte – Wabe die sorgfältig ausgewählt wird. Sie muss genug verdeckeltes UND offenes Futter und Pollen enthalten.

Variante 2

Statt nur einer Wabe werden 3 in einen entsprechenden Kasten gehängt. Wieder wird auf Pollen und Futter geachtet. Wenn zu wenig OFFENES Futter auf der Wabe ist kann in einer Leerwabe Wasser gereicht werden.

Dieser Kasten braucht aber einen 5cm Aufsatz bis zum Lochdeckel mit den Zuchtpfropfen, da die Weiselzellen ÜBER den Waben sind. Der weitere Vorgang ist bei Beiden gleich.
Dann werden so viele Jungbienen aus verschiedenen Völkern dazugekehrt dass sich eine dicke Schwarmtraube rund um diese Wabe bildet. Einige Stunden sollte dieser Kasten schon dunkel und ruhig stehen bevor er belarvt wird.

Der Deckel besitzt 2 Lochreihen für die Zuchtpfropfen, links und rechts von der Wabe. (Variante 1) Oder 3 Reihen (Variante 2). Vorerst mit blinden Korken (ohne Näpfchen) verschlossen. Jetzt beginnt man mit dem Belarven und kann die Näpfchen einzeln oder kurzfristig immer 3 oder 4 gegen die blinden Korken tauschen. Da der Kasten ja selbst nicht geöffnet wird, kommen die Weiselnäpfchen somit sofort und ohne Verzögerung mitten in die Bienentraube hinein. Abschließend legt man eine wärmende Kopfabdeckung darauf. (Decke oder ähnliches)

Der Anbrütekasten besitzt eine maximale „Lebensdauer“ von 3 Tagen, danach ist er wieder aufzulösen. Er wird dann weitergeführt wie ein Kunstschwarm.

Die Weiselnäpfchen können hier aber im 12 Stundenrythmus gegeben werden. Das macht ihn sehr ergiebig und zu einer echten Alternative gegenüber einigen Startervölkern. Wenn man bei jedem Belarvungs – Durchgang einen unterschiedlichen Zuchtstoff verwenden möchte ist es ratsam schon die Zuchtpfropfen eindeutig zu markieren. Aufzeichnungen alleine genügen hier nicht. Das gibt später garantiert ein heilloses Durcheinander.

Wünscht man die Zuchtkassette vom Nicot System zu verwenden, so kann diese jetzt in ein Rähmchen gesetzt dem Volk zugegeben werden. Aber da sie einige Wochen im Volk verbleiben soll bevor die Königin darauf gesperrt wird, wird sich der Zuchtbeginn in den Mai hinein verschieben.

Haben wir rechtzeitig die Baurahmen gegeben so schlüpfen bereits gegen Monatsende steigende Zahlen von Drohnen. Legt man Wert auf Königinnen, sei es nun durch Zucht oder Verwertung von Weiselzellen so wird man die Drohnenrahmen NICHT ausschneiden dürfen. Außerdem sind im ersten Drohnensatz meist nur wenige Varroen zu finden. Davon kann man sich leicht selbst überzeugen indem man einige Ecken dieser Waben aufbricht und nachschaut. Auch bei Drohnen gilt der Richtsatz von 40 Tagen vom Ei bis zur geschlechtsreifen Drohne.

Die ersten Drohnenrahmen sind also ein richtiger Schatz für den Züchter.

Wenn man von den besten Völkern solche verdeckelte Drohnenrahmen den mittelmäßigen Völkern zuhängt und von den nachzuchtwürdigen Völkern neu bauen lässt, kann man das Drohnenmaterial des ersten Satzes positiv beeinflussen.

Noch ein Wort zum Zuchtbeginn. Es gibt da eine Faustregel:

Wenn die ersten Drohnen schlüpfen, kann man mit der Zucht (Umlarven) BEGINNEN !! Dann werden sie geschlechtsreif sein wenn sie von den jungen Königinnen gebraucht werden.

Und jetzt wünsche ich uns Allen

„Gutes Gelingen“

Mai

Jetzt beginnt der wohl intensivste Monat im ganzen Jahreskreis. Das Bienenvolk strebt mit aller Kraft seinem Brutmaximum entgegen und benötigt ausreiched Raum. Die dritte Zarge mit Mittelwänden wird aufgesetzt. Dabei können zur Vorsicht wieder zwei Brutwaben nach oben gehängt werden, aber für starke Völker ist das nicht notwendig.

Ausnahme:

Wenn bereits in der unteren Zarge keine freien Zellen mehr verfügbar sind. Dann nämlich werden die Bienen diese schaffen indem sie unten bauen. Wir erinnern uns – hier wird freier Raum gebraucht für die Zwischenlagerung des frisch eingetragenen Nektars.

Um die Zeit herrscht Volltracht und die heimkehrenden Sammlerinnen wollen ihre Last so schnell als möglich abgeben. Wenn sie das nicht können weil kein Platz da ist, nützt eine aufgesetzte Zarge mit Mittelwänden nichts. Sie werden unten in den hohen Boden hinein bauen. Da es sich um Naturbau handelt wird viel Drohnenbau dabei sein der die Masse der Bienen verstärkt nach unten zieht.

Wir haben also den kritischen Zeitpunkt für das ideale Aufsetzen bereits verpasst und müssen nun ein wenig improvisieren. Wenn wir in diesem Fall Brutwaben von UNTEN gegen Mittelwände der oberen Zarge tauschen stellen wir das Gleichgewicht wieder her und der Aufwärtstrend kann ohne wesentliche Unterbrechung weitergehen. Das wird auch in den meisten Fällen gelingen da der Mai in der Regel alles bietet was sich Bienen (und somit auch der Imker) nur wünschen können.

Volltracht, starker Bruteinschlag und eine Baulust vom Feinsten. Die Expansion ist in vollem Gang. Solange die Tracht unvermindert anhält und keine Raumnot entsteht wird es, besonders mit einer guten Königin vom Vorjahr in Rekordtempo weitergehen.
Wir dürfen aber Eines nicht vergessen. In dieser rasanten Ausdehnung des Volkes ist – von der Natur vorgegeben – der Schwarmtrieb ebenfalls in nächster Nähe. Es bedarf nur noch eines Auslösers.

Als Regel gilt, solange der Bautrieb aufrecht bleibt ist der Schwarmtrieb noch nicht akut. Zwischensetzen von Flachzargen motiviert sehr zum Bauen und entspannt dadurch die Situation. Dabei wird allgemein ein Kern von einigen ausgebauten Waben empfohlen aber ich finde das nicht nötig. Zwischensetzen von Zargen mit Mittelwänden hält den Bautrieb aufrecht.

Wenn wir dem Brutmaximum näher kommen genügt oft schon ein kühler Regentag um die Stimmung kippen zu lassen. Die Königin bestiftet Weiselzellen, der Bautrieb erlischt und mit ihm der Sammeleifer.

Hier nützt kein ausbrechen von Weiselzellen, selbst Schröpfen wäre bereits zu spät. Ab jetzt können wir nur mehr den Schwarm abwarten oder ihn vorweg nehmen. Ich empfehle Letzteres. Allgemein wird dies als Zwischenableger bezeichnet, da man von einer späteren Rückvereinigung ausgeht. Das ist sinnvoll wenn eine lange anhaltende Tracht zu erwarten ist z.B. bei Wanderung in eine weitere Haupttracht.

Will man nicht Rückvereinigen so bleibt aber das Prinzip dasselbe, man spricht dann von einem Flugling.

Der Zwischenableger:

Er ist die wohl verlässlichste Schwarmverhinderung. Man verhindert damit zwar den eigentlichen Akt, aber die anschließende Situation des Fluglings kommt der eines eingeschlagenen Schwarms doch sehr nahe.

Man braucht dazu nur eine bienendichte Platte z.B. Hartfaser-, oder Forexplatte (Folie ist auch möglich wenn sie 100% bienendicht ist) und darüber muss ein Flugloch geöffnet werden können. Da ich aus Gründen der Einfachheit alle Zargen mit einem Bohrloch versehen habe welches das übrige Jahr mit einem Korken verschlossen ist, brauche ich nur Dieses zu öffnen. Ansonsten muss man ein mit Flugloch versehenes Bodenbrett dazwischen legen.

Wie gehen wir vor ?

Wir geben eine hauptsächlich verdeckelte Brutwabe mit aufsitzenden Bienen in eine neue Zarge und ergänzen mit ausgebauten Waben. Wir können auch noch die Bienen einiger Brutwaben dazu kehren. Wenn Tracht herrscht brauchen wir uns weder um Futter-, noch Pollenwaben zu kümmern. Je nach Standmaß und Volksstärke kann man auch zwei oder drei Zargen geben. (Flachzarge)

Auf der Brutwabe belassen wir eine schöne Weiselzelle, oder setzen eine Solche in die Brutwabe ein. Sie muss nicht unbedingt aus demselben Volk stammen sondern wir haben hier die freie Wahl.

Diese Zarge stellen wir auf den alten Boden, geben die bienendichte Platte (oder Zwischenboden) darauf und öffnen das obere Flugloch. Das Restvolk mit der Stockmutter kommt oben drauf.

Was passiert jetzt?

ALLE Flugbienen werden von oben abfliegen und in gewohnter Weise unten wieder heimkehren. Im Altvolk erlischt somit der Schwarmtrieb, da jede Flugbiene abhanden kommt.

Wir ersparen uns also das mühselige Suchen sowohl der Königin als auch der Weiselzellen die man in der Regel doch nicht alle findet und wenn dann nur in einer Riesenaktion. Diesen Stress kann man sich selbst und dem Volk ersparen. Da kein Schwarmtrieb mehr möglich ist werden die Weiselzellen vom Volk selbst beseitigt und die Königin beginnt wieder mit der Eilage.

Handelt es sich um Edelzellen einer nachzuchtwürdigen Königin werden wir die natürlich entnehmen und sie weiter in Begattungskästchen verschulen.

In der unteren Einheit wird die Weiselzelle schlüpfen – bis zur Eilage der jungen Königin vergeht aber genügend Zeit um die eingetragene Tracht voll verdeckeln zu lassen und sie für die Schleuderung entnehmen zu können.

Das geht schnell da ja ALLE Flugbienen zur Verfügung stehen und keine Brut gepflegt werden muss.

Mit einigem Geschick kann man das auch als Standimker gleich zur Gewinnung von erstklassigem Sortenhonig nützen. Da ja nur Leerwaben gegeben wurden, wird auch kein Honig umgetragen werden und wenn man das z.B. zum Beginn der Akazientracht macht, wird man den denkbar besten Akazienhonig ernten der möglich ist.

Nach Entnahme des Honigs wartet man die Eilage der neuen Königin ab und wenn die ein schönes Brutbild zeigt entnimmt man die Altkönigin, ev. mit einem Ableger und vereinigt anschließend die beiden Völker wieder.
Mit der jungen Königin ist die Schwarmlust für dieses Jahr vorbei und das Volk hat dennoch nichts an Stärke verloren und ist fit für weitere Trachten.

Der Flugling:

Grundsätzlich ist ja der untere Teil des Zwischenablegers mit der Weiselzelle immer ein Flugling. Das kann er auch bleiben indem wir NICHT rückvereinigen. Da ja in diesem Fall die gesamte Brut entfernt wurde haben wir auch 80% der Varroamilben mit einem Schlag aus dem Volk bekommen. Ein Umstand der immer mehr an Gewicht bekommt und diese Maßnahme immer populärer werden lässt.

Dieses jetzt neue Volk wird sehr vital einem eigenen (späteren) Brutmaximum entgegen streben, je nach Trachtlage ebenfalls noch eine Ernte bringen und im übrigen recht wenig Arbeit machen.

Gleichzeitig erlaubt uns diese Maßnahme unseren Volksbestand zu erweitern indem wir nicht nur mit der Altkönigin sondern auch mit den vorhandenen Weiselzellen Ableger bilden. Da Diese ja nicht mehr für eine Ernte in Frage kommen, können sie auch vorzeitig mit Ameisensäure entmilbt werden.

Es taucht immer wieder die Frage auf ob das Ganze auch mit Mittelwänden möglich ist, denn nicht Jeder hat immer ausgebaute Waben in ausreichender Anzahl zur Verfügung.

Die Antwort ist – ja – nur empfiehlt es sich in diesem Fall in den (unteren) Flugling die Jungbienen von einigen Waben dazu abzustoßen. Immerhin verlangen wir ja einen raschen Ausbau der Mittelwände.

Keinesfalls aber sollte man ausgebaute Waben UND Mittelwände mischen !

Zucht:

Der Mai ist der Zuchtmonat schlechthin. Wir haben jede Menge geschlechtsreifer Drohnen in der Luft die sich wie eine Wolke auf jede Königin zu stürzen versuchen die am Hochzeitsflug ist. Daher reichen einige Ausflüge der Königin aus da sie sich ja bei jedem Ausflug mit mehreren Drohnen paart. Das mindert das Ausfallsrisiko.

Wer nur wenige Königinnen braucht und keine Zuchtserie anlegen will, der hält einfach sein ausgewähltes Zuchtvolk eng und wartet die natürlichen Weiselzellen ab die jetzt unweigerlich entstehen werden. Auf diese Weise erhält er vorzügliche Königinnen.

Anschließend teilt man das Volk auf Ableger auf und verschult noch zusätzlich einige Zellen in einige Begattungskästchen. Dazu würde ich unbedingt raten da es schade wäre einen ganzen Ableger zu verlieren wenn eine Königin nicht vom Hochzeitsflug zurückkehrt.

Eine nette Kleinigkeit möchte ich noch hier anfügen, die von Imkern früher gerne gemacht wurde, aber scheinbar etwas in Vergessenheit geraten ist.Wenn ein Volk Weiselzellen pflegt die man später aufteilen möchte, so schiebt man ein kleines Plättchen vorzugsweise aus Holz ÜBER der Zelle durch die Wabe.

Man kann dafür auch einen kleinen Schnitt machen. Die Bienen bauen das vollkommen ein und wenn man später die fertige Zelle ausschneiden möchte hat man einen praktischen Halt der Zelle. An diesem Holzplättchen kann man sie bequem festhalten, in eine andere Wabe hineinstecken oder über eine Wabengasse quer drüberlegen.

Das funktioniert auch gut bei Zellen die man mit einem Bogenschnitt angelegt hat.

Ein Bogenschnitt muss übrigends keineswegs ein Bogen sein, sondern man schneidet eine junge Wabe einfach entlang der Eiflächen ab und hängt sie einem Startervolk (weisellos) zu.

Wer es einrichten kann, der sollte auch einige Kästchen auf einer Belegstelle aufführen. Der Aufwand lohnt sich in den meisten Fällen. Es gibt nur mehr wenig „begnadete“ Gebiete wo man permanente Standbegattung machen kann.

Aber nicht vergessen, NUR gesiebte Bienen (ohne Drohnen) wenn man auf die Belegstelle fährt. Wenn ein Belegstellenwart nur eine einzige Drohne in einem der Kästchen finden nimmt er die ganze Charge nicht mehr an.

Auch wird auf vielen Belegstellen nur Futterteig OHNE Honig verlangt. (wegen der Gefahr der Faulbrut)

Eine andere Möglichkeit die gerne genutzt wird besteht darin, nur von einer zugekauften Reinzuchtkönigin weiter zu vermehren. Diese sogenannten F1 Hybriden haben ja reine Drohnen, das verbessert nicht nur laufend den Drohnenspiegel in der Gegend sondern ergibt ausgezeichnete Wirtschaftsköniginnen.

Ableger:

Bis Mitte Mai gebildete Ableger haben den Vorteil dass sie recht schwach erstellt werden können (2 Brutwaben und genügend Bienen) und dennoch zu überwinterungsfähigen Vollvölkern heranwachsen werden.

Von starken Völkern kann man leicht zwei solcher Ableger erstellen ohne eine nennenswerte Honigeinbuße hinnehmen zu müssen. Im Gegenteil, da diese Maßnahme schwarmdämpfend wirket kann es sogar eine Steigerung bedeuten. Mittlere Völker können immer noch einen solchen Ableger entbehren.

Eine Futterwabe und 2 volle verdeckelte Brutwaben, gut mit Bienen besetzt reichen aus. Dazu eine schlupfreife Weiselzelle. Der Ableger muss aber zusätzlich gefüttert werden.

Ich bevorzuge dafür kleinere Einheiten ( 5 Waben + Futtertasche) im Standmaß. (Zander/flach)

Nach Mitte Mai nimmt man zwei bis vier Brutwaben.

Wenn die Brut geschlüpft ist kann man mit 15% iger Milchsäure oder Tobee brutlos entmilben, da ja die Varroa noch in keiner verdeckelten Zelle Zuflucht finden kann.

Solche Ableger zeigen bereits vom Start weg was sie können und stellen in der Regel die „Rennpferde“ der nächsten Saison dar.

Schröpfen:

Maßvolles Schröpfen ist ebenfalls eine Methode zur Schwarmvorbeugung. Entweder werden die Bienen zum füllen von Begattungskästchen verwendet, oder zur Kustschwarmbildung.

Der ideale Kunstschwarm wird mit einer begatteten Königin gebildet. Stehen nur Weiselzellen zur Verfügung muss unbedingt eine Brutwabe beigegeben werden, da sonst die Gefahr besteht dass der Schwarm auszieht und sich woanders einbettelt bzw. sich mit einem weiselrichtigen Schwarm vereinigt. Aber selbst mit einer solchen Bannwabe ist der Vorgang nicht ideal und nur als situationsbedingte Notlösung anzusehen.

Zwei Tage Dunkelhaft sind notwendig damit der Schwarm zu einer Einheit zusammenwächst.
Der Mai ist also DER Monat wo Völkerführung und Jungvolkbildung genauso am Programm stehen wie Königinnenerneuerung und erweitern der Völker. Und damit verbunden Bauerneuerung. In diesem Monat sollte man bauen lassen was immer möglich ist, denn der jetzt gebildete Vorrat am jungen Waben wird nicht nur für die Ernte gebraucht sondern auch für die spätere Erweiterung unserer Jungvölker. Immerhin wird ja auch ein großer Teil der Altwaben den Weg in den Wachsschmelzer antreten.

Juni

So schön es auch ist, die Monate so einzeln und säuberlich „abgepackt“ zu servieren – muss aber auch klar sein, jedes Jahr hat seinen eigenen Rythmus und die Übergänge sind nicht nur fließend, sondern können sich auch zeitlich verschieben.

Dieser Monat hat aber eine Besonderheit – nämlich die Sommersonnenwende.

Während unsere Sinne sich auf den Sommer einstimmen. Die Zeit der Ferien und Urlaube, fernab allem Winterunbill und wo wir den warmen Zeiten erst entgegen zu eilen scheinen, stellt sich leise und unseren Sinnen völlig verborgen, die Natur bereits um.

Mit den Feuern der Sonnenwende eilen wir förmlich berauscht von Wohlgefühl und sinnlicher Freude in schattige Schanigärten und Eissalons. Diesen Sommer werden wir auskosten und er hat ja erst begonnen. Es ist als wollten wir die Zeit stillstehen lassen und in so mancher flirrender Mittagshitze halten wir Siesta wie insüdlichen Gefielden.

Urlaub, Freizeit, die Seele baumeln lassen, all das erfüllt uns mit einem Gefühl der Zeitlosigkeit. Wir haben die längsten Tage und die kürzesten Nächte, wir sitzen spätabends bei Eiskaffee und genießen die langsam untergehende Sonne während der warme Wind noch nicht einmal den Schweiß auf unserer Haut zu trocknen vermag.

Wie schön kann doch das Leben sein. Unsere Gefühle sind am Zenith wie die Sonne selbst. Wir haben alle Zeit der Welt. Wer einen Ball in die Höhe wirft erlebt wie der einem kurzen Moment stillzustehen scheint bevor er wieder herunterfällt. Diesen Moment des Stillstehens wollen wir in die Unendlichkeit hinein verlängern. Die Sonnwendfeuer wollen uns in den Rausch dieses Moments eintauchen lassen. In den ja erst kommenden Sommer.

Aber von diesem Moment an werden die Tage bereits kürzer. Für uns unmerklich, aber vielleicht auch nur weil wir da ein Gefühl der Freiheit erleben und das wollen wir nicht missen.

Warum ich das erzähle?

Einfach deshalb weil uns der Sommer bei unseren Bienen hier sehr leicht überraschen kann.

Genauso wie uns das Frühjahr überrascht. Erinnern wir uns. Die „heiße Zeit“ bei den Bienen, also deren rasante Aufwärtsentwicklung dauert ja gerade mal rund 8 Wochen. Wer sich mit seinen Vorbereitungen Zeit gelassen hat, bestellt dann einen Schwarmkasten wenn der Schwarm am Baum hängt und ist böse wenn die alle ausverkauft sind.

Dasselbe kann uns jetzt auch passieren wenn wir denken der Sommer hat ja erst begonnen. Völker die bis jetzt nicht geschwärmt haben stehen im Maximum ihrer Volksstärke.

Die Varroa auch.

Für die Bienen bedeutet die Sommer Sonnenwende eine Triebumkehr. War ihr Trieb bisher auf Expansion ausgerichtet, so wird er jetzt zunehmend von Auslese, Erhaltung und Überleben bestimmt werden.

Aber soweit sind wir bei Monatsbeginn noch nicht.

Anfang Juni ist der Schwung der Völker noch ungebremst hoch. Sichtbar an der Baulust. Die wird jetzt aber bis zur Sonnenwende stark abnehmen. Das betrifft natürlich nur die Altvölker. Schwärme und Ableger bilden da eine Ausnahme, da sie einen eigenen Rhythmus haben, abhängig vom Zeitpunkt ihrer Entstehung.

Gegen Ende Mai schon hat in Frühtrachtgebieten die Schleuder Arbeit bekommen und im Juni setzt sich das fort. Bei Massentrachten werden oft die Waben nicht gleich voll verdeckelt und so müssen wir auf die altbewährte Spritzprobe zurückgreifen. Das heißt, wenn wir die Honigwabe kräftig abstoßen, darf kein Honig herausspritzen. Dann können wir davon ausgehen dass er reif ist. Auch hier zeigt sich die Überlegenheit einer Flachzarge. Sie ist viel schneller verdeckelt weil sie ja in flacheren und somit besser verdeckelten Einheiten abgenommen werden kann. Auch bei kleinen Trachten ist sie überlegen wenn man Sortenhonig gewinnen will.

Zum Abkehren der Bienen ist eine (batteriebetriebene) Abkehrmaschine wirklich ein Segen. Es geht nicht nur schneller sondern hält auch Suchbienen länger fern. In trachtarmen Zeiten ist Schnelligkeit ohnehin angesagt und auch für den Imker angenehm. Da die Bienen hier ja in eine Lade gefegt werden kann man im gleichen Arbeitsgang Kunstschwärme erstellen. Man schüttet die Bienen eben nicht mehr zurück ins Volk, sondern gleich in einen Schwarmkasten oder direkt in den Ablegerkasten. Es ist nur EIN Arbeitsgang.

Auch Begattungskästchen für Standaufstellung, deren Bienen ja nicht gesiebt werden müssen, können da so nebenbei gefüllt werden.

frisch besetztes EWK (Einwabenkästchen)

Ich verwende eine 7 teilige Selbstwendeschleuder die pro Korb 2 Flachwaben fasst. So kann ich bei größeren Trachten 14 Waben in einem Durchgang ausschleudern.

7 teilige Selbstwendeschleuder, für 7 Zander -, oder 14 Flachwaben

Der Honig wird direkt unter der Schleuder über ein Grobsieb geleitet und kommt danach in das Lunzer Honigsieb. Das ist ein Abfülltopf mit 2 Siebeinsätzen und einem zweiten höherliegenden Ablasshahn. Dadurch driftet der Honig seitlich durch die Siebe. Sie verlegen sich auf diese Art nicht so schnell als wenn der untere Auslaufhahn benutzt würde. Den nimmt man nur bei vollständiger Entleerung des Gefäßes.

Für kleine Sortenchargen haben sich auch die relativ jungen Nylon Doppelsiebe als sehr praktisch erwiesen. Sie sind leicht zu reinigen und erlauben einen raschen Wechsel von einer Sorte zur Anderen.

Der meistens unterschätzte Vorteil von kleinen Imkerein liegt ja gerade in der möglichen Geschmacksvielfalt. Die klassischen Standardsorten wie Raps, Akazie, Sonnenblume usw. werden auch von Großbetrieben bedient, aber z.B. Sommerhonige die regional sehr verschieden ausfallen können, werden in größeren Betrieben gerne in einen Topf geworfen.

Für solche Regionalsorten besteht ein wachsender Liebhaberkreis. Voraussetzung dafür sind kleine Abfülleinheiten. Kleine Betriebe werden den Honig eben nicht in Edelstahltanks pumpen die Hunderte oder Tausende Liter fassen und den Honig zu einem Einheitsprodukt standardisieren.

So kann auch ein Standimker verschiedene Sorten gewinnen und auch Diese noch in unterschiedliche Geschmacksrichtungen unterteilen. Es ist nicht dasselbe ob in einem Sommerhonig z.B. der Götterbaum (Ailanthus) vertreten ist oder nicht. Ob in manchen Jahren der Efeu und die Veitchii stark beflogen werden was nicht immer im gleichen Ausmaß der Fall ist.

Pflanzenvielfalt ist ein biologisches Attribut welches nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Es dient nicht nur der Bienengesundheit sondern hat auch seinen Liebhaberkreis.

Akazienhonig (Robinie) ist sicher eine Standardsorte die ihren Freundeskreis hat, aber ein Frühlingsblütenhonig mit hohem Akazienanteil bietet zusätzlich noch eine wertvolle Bereicherung in der gleichen Richtung.

In Frühlingsblütenhonigen dominiert vielfach die Akazie. Aber ob die nächst häufige Pflanzenart darin die Rosskastanie, oder der Ahorn ist – das macht einen Unterschied. Einen Unterschied den man schmeckt und den der Liebhaber zu schätzen weiß.

Es geht nicht immer nur um die Menge, sondern um die Feinheiten. Feinheiten über die man mit dem Kunden sprechen kann und die er als „Supermarktkäufer“ noch nie gehört hat und dort auch nie hören wird.

In vielen Gegenden wird jetzt wohl die Linde die Haupttracht sein oder auch der Wald. Ist die Waldtracht ergiebig fordert das die Völker sehr und es ist ratsam rechtzeitig genügend junge unverbrauchte Ableger zu erstellen die jetzt noch leicht zu erstellen sind. Brutwaben, deren Bienen für die Tracht zu spät kämen können für Ableger genutzt werden wenn man rechtzeitig eine Zuchtserie angelegt hat. Dann stehen in diesem Monat ausreichend Königinnen zur Verfügung. Hat man das versäumt ist gerade noch Zeit das nachzuholen.

Ableger nach der Sonnenwende werden besser aus Kunstschwärmen erstellt, auf Mittelwände oder junge ausgeschleuderte Waben eingeschlagen und ebenfalls mit einer begatteten Königin beweiselt.

Aber man sollte nicht Mittelwände und ausgebaute Waben mischen.

Entweder / oder !

Da diese Ableger ja für die Tracht nicht in Frage kommen, können sie auch Varroa behandelt werden. Ungeachtet des gewählten Varroamittels ist aber darauf zu achten dass die Königin gut im Volk integriert ist. Das bedeutet ausgedehnte Brutflächen. Königinnenverluste treten meist dann auf wenn die Königin erst vor Kurzem zugesetzt wurde und noch nicht „in Fahrt“ ist.

Starke Völker wollen starke Königinnen. Deshalb würde ich auch eine Königin die einen langen Postweg hinter sich hat nicht in ein Vollvolk einweiseln. Solche

Königinnen brauchen nach der Legeunterbrechung oft einige Zeit um wieder in Schwung zu kommen. Ein Zeit, die ein starkes Volk nicht tolerieren würde. Es weiselt um.

Müssen die Ableger gefüttert werden? Auf diese Frage gibt es meist unterschiedliche Antworten, aber es ist eigentlich einfach. Ableger brauchen einen stetigen Eintrag. Hat der Ableger genügen Flugbienen und herrscht gute Tracht ist das überflüssig. Solange die Futterkränze stetig wachsen ist alles in Ordnung.

 

Im Juni können wir auch beobachten dass Drohnenwaben nicht mehr nachbestiftet werden. Dann können wir sie herausnehmen und einschmelzen. Es gibt jetzt reichlich Drohnen aller Altersgruppen und viele Völker lagern jetzt auch hier Honig ein.

Bei Spätzuchten, also bereits in diesem Monat wird es oft schwierig geeigneten Zuchtstoff zu finden. Die Eilage ist meist stark eingeschränkt und Larven im richtigen Alter zu finden ist besonders dann ein Glücksspiel wenn man auf einen genauen Termin hin umlarven will.

Daher ist es sinnvoll, ausgewählte Zuchtköniginnen in schwächeren Volkseinheiten zu halten, da hier der Rückgang der Eilage nicht so ausgeprägt ist. Sie ist etwas gleichmäßiger. Auch zeigt sich hier dir Überlegenheit der Umlarvens, da man ja gerade mal eine handtellergroße Fläche von Larven im richtigen Alter braucht um mehrere Zuchtrahmen damit zu versorgen.

Der Juni wird meistens der Hauptmonat für die Bildung von Ablegern sein, einfach weil jetzt bereits genügend neue Königinnen zur Verfügung stehen. Es ist wenig sinnvoll Brutablegern noch zusätzlich Mittelwände zu geben. Sie werden nur zögernd ausgebaut und blockieren die zügige Entwicklung. Ausgeschleuderte Waben werden hingegen in einem atemberaubenden Tempo bestiftet. Hier kann man auch am besten die Qualität der Königin erkennen. Die Anlage und Geschlossenheit des Brutnestes ist die beste Visitenkarte die eine nulljährige Königin zeigen kann.

Hat man die Absicht Königinnen im Apidea Kästchen, als Reserve zu überwintern, sollte man bereits jetzt die Aufsätze ausbauen lassen. Man kann die Königin dennoch entnehmen und wieder eine neue Weiselzelle einsetzen, aber das Kästchen selbst sollte langsam die Gestalt der Überwinterungseinheit annehmen. Das heißt, bei freier Aufstellung, mindestens 10 besser 15 ausgebaute Waben mit entsprechenden Futterkränzen.

Bedenken wir: „Abgesehen vom Kunstschwarm ist mit einer guten Bautätigkeit nach der Sonnenwende nicht mehr zu rechnen. Da die Winterverluste außerdem generell höher sind als vor dem Auftreten der Varroa, lohnt es sich die Anzahl der Ableger höher anzusetzen.

Ausserdem gibt es für mich nur Wenig was schöner wäre als ein Ableger der nur so vor Kraft strotzt. Und im nächsten Jahr werden es diese Ableger sein die den Namen „Rennpferde am Stand“ verdienen werden.

Juli

In diesem Monat biegen wir langsam in die Zielgerade zum Winter ein, denn der Höhepunkt ist überschritten und die beiden Hauptthemen des Monats sind Varroabehandlung und Auslese.

Auslese bedeutet welche Königinnen will ich ins nächste Jahr mitnehmen und welche nicht. Dieser Monat ist zum Zusetzen neuer Königinnen nicht gerade ideal. Anderseits sind jetzt Königinnen verfügbar.

Da in den Frühtrachtgebieten oft mit keiner Haupttracht mehr zu rechnen ist, kann man in dem Fall einen Teil der Völker in Ableger aufteilen. Das bringt uns zum wohl heikelsten Punkt im Jahresablauf, nämlich dem

Zusetzen von Königinnen !

Wenn wir eine Königin zugeschickt bekommen haben können wir davon ausgehen dass sie einige Tage in dem Käfig war. Vorher war sie bereits in bester Eilage und auch ihr verdeckeltes Brutbild war ausgezeichnet. Man nimmt also an, dass diese Königin im neuen Volk ebenso Vollgas geben wird und freut sich darauf. Um so größer ist dann die Enttäuschung.

Es gibt darüber keine genauen Zahlen aber man kann davon ausgehen dass 50% der zugesetzten Königinnen nicht angenommen werden, oder nachher einer Umweiselung zum Opfer fallen. Sogar viel später, auch wenn die Königin angenommen wurde sieht man oft ausgefranste Flügel, manchmal so arg dass es zweifelhaft bleibt ob die jemals schwärmen könnte. Das wäre weiter noch nicht so schlimm, aber es bleiben dabei Fragen offen welche Schäden diese Königin erlitten hat, die mit freiem Auge nicht sichtbar sind.

Grundsätzlich kann man sagen, eine weitgereiste Königin sollte man nicht in ein Vollvolk einzuweiseln versuchen. Auch ein Kunstschwarm mag da, obgleich wesentlich besser, einige Fragen offen lassen.

Worum geht es also. Die Königin erfährt einen erzwungenen plötzlichen Legestopp und gerät dabei aus ihren Takt. Ich denke, wenn eine Königin aus der Begattungseinheit entnommen wird, persönlich abgeholt werden kann und womöglich noch am gleichen Tag in ihren neuen Ableger kommt, da wird die Annahme am besten sein und Verluste eher unwahrscheinlich.

Ich habe schon oft gehört: „Gerade die beste Königin haben sie nicht angenommen.“ Warum? Aller Wahrscheinlichkeit wurde die ins „Beste“ (d.h. stärkste) Volk eingeweiselt und – da sie ja so wertvoll ist – 3 Tage unter festem Verschluß oder noch länger. Das Argument dabei ist der Stockgeruch den sie erst annehmen müsse. Da stellt sich die Frage: „Wie lange braucht denn eine Königin um den Stockgeruch anzunehmen?“

Das kann niemals tagelang dauern. Ich habe auch echte Zweifel daran ob das irgendetwas wie mit „Stockgeruch“ zu tun hat. Solche Königinnen brauchen nachher oft lange um mit der Eilage zögernd zu beginnen und diese Zeit bekommt sie scheinbar von den Bienen nicht. Wir dürfen nicht vergessen, Bienen kennen keinen Versand.

Um eine wertvolle Königin mit an 100% grenzender Sicherheit wieder ins Geschehen zu bringen kann man folgenden, etwas aufwendigen Weg wählen.
Man legt einem beliebigen starken Volk oben ein Duftgitter auf, darauf eine Leerzarge die nun mit einigen Waben nicht nur verdeckelter, sondern bereits schlüpfender Brut bestückt wird.

OHNE BIENEN !!! KEIN FLUGLOCH !!!

Hier kann man die Königin sogleich einlaufen lassen, sogar mit den Begleitbienen des Käfigs. Es ist ja niemand da der sie gefährden könnte. Bereits im Laufe der nächsten Stunden werden sich die Jungbienen die eben geschlüpft sind um sie sammeln. Die nötige Stockwärme und auch Feuchtigkeit, also das ganze Klima wird durch das darunterliegende Volk unter dem Duftgitter ausreichend geregelt.

Nach einigen Tagen nimmt man dann dieses kleine Völkchen ab und gibt es in einen Ableger mit sehr engem Flugloch. Das macht man am Abend kurz vor einstellen des Flugbetriebes. Natürlich bekommt dieser kleine Ableger eine Futtertasche mit Teig. Wenn auch noch offenes Futter dabei ist erübrigt sich einen Wasserwabe.

Dann lässt man dem kleinen Volk Zeit ein eigenes Brutnest anzulegen ohne zu stören. Danach kann man entscheiden ob man es (eventuell mit weiteren Verstärkungswaben) selbst zur Überwinterungsreife bringen möchte, oder damit Ende August/September ein Vollvolk beweiselt. Und zwar

MIT DEM GANZEN ABLEGER!

Eine sozusagen verkleinerte Variante ist der AUFSTECKKÄFIG.

Es gibt ihn heute wieder von Nicot. Er besteht nur aus einer vergitterten, aber bienendichten Schale die auf eine Wabe mit schlüpfender Brut aufgesteckt wird.

Darunter kommt die Königin wieder OHNE BIENEN.

Das Prinzip ist dasselbe. Die jungen Bienen schlüpfen, versorgen die Königin welche sogleich zum stifteln beginnen kann. Sie hat Zeit langsam die Eilage zu beginnen. Dann bohrt man ein Loch von der anderen Wabenseite damit die Königin freikommt. Man kann das etwas verzögern indem man es mit Futterteig verschließt.

Eine einfache Variante ist die Erstellung eines Brutablegers auf einem neuen Standort , der einige Tage vorher erstellt wird. Wieder mit schlüpfenden Brutwaben und ohne offene Brut bis auf eine Wabe die Stunden vor dem Zusetzen aber entfernt wird. Der Zusatzkäfig wird NICHT wie meistens üblich ZWISCHEN die Waben gesteckt, da hier der Kontakt zu den Stockbienen stark eingeschränkt ist, sondern OHNE Begleitbienen oben aufgelegt. Eventuell unter Verwendung einer Leerzarge. Das hat den Vorteil mit einem kurzen Blick das Verhalten der Bienen gegenüber der Königin besser beurteilen zu können.

Falls das nicht möglich ist nimmt man einen Wohlgemuth Käfig (oder Ähnliches). Wichtig ist dabei die Reservierung einer ganzen Wabengasse. Die Bienen müssen den Käfig belagern können. Falls bei der Nachschau eine kleine Herzwabe am Käfig angebaut ist, kann man sie freigeben.

Einige Tage vorher erstellt man den Ableger deshalb, weil wirklich alle Altbienen abgeflogen sein sollen. Auch hier in einer Umgebung von Jungbienen wird die Königin nicht nur leichter angenommen sondern hat die Zeit die sie braucht um wieder langsam in Schwung kommen zu können.

Bei der Bildung eines Kunstschwarmes kann man ebenfalls die Altbienen gemütlich abfliegen lassen, bzw. man entscheidet sich als ideale Variante für einen Freiluftkunstschwarm. Hier sind sowieso nur Bienen dabei welche die Königin mögen.

Es geht also nicht nur um die Annahme an sich, sondern um die ART DER ANNAHME.

Eine Jungkönigin erlangt ja ihre Vollreife erst nach einigen Wochen und wenn sie einen Legestopp auferlegt bekommen hat dauert es noch länger.

Wenn nach dem Abschleudern nun Völker ohne Brut gefunden werden ist unbedingt eine Weiselprobe vorzunehmen. Dazu hängt man eine Wabe mit jungen Larven zu und kontrolliert ob Weiselzellen angeblasen werden.

Eine Neubeweiselung solcher weiselloser Völker gelingt um die Jahreszeit nur selten durch Zusetzen einer jungen Königin. Besser ist, man stellt einen homogenen Ableger an die Stelle des zu beweiselnden Volkes und das Volk selbst wird innerhalb des Flugradius verstellt. Die beste Zeit dafür ist der frühe Abend. Natürlich wird der Ableger in eine Beute umlogiert sodass genügend Platz zur Verfügung steht.

In den nächsten Tagen werden jetzt nach und nach die Flugbienen des verstellten weisellosen Volkes den Ableger verstärken. Der Rest des Volkes kann erst danach vor dem Flugloch des verstärkten Ablegers abgekehrt werden. Ein frühzeitiges Abkehren ist wegen des entstehenden Tumultes am Flugloch nicht ratsam. Auch hier wäre bereits die Königin gefährdet.

Da ja die Haupttracht (in vielen Gegenden) vorbei ist richtet sich unser Augenmerk bereits auf die Erstellung der Wintereinheiten. Altvölker haben oft eine täuschende Menge von Bienen. Täuschend deshalb, weil es Altbienen sind und das Volk jetzt beginnt schwächer zu werden.

Das bedeutet auch dass die weniger werdende Brut immer stärker von der Varroa parasitiert wird. Wenn keine weitere Haupttracht erwartet wird sollte um den 15 -20. Juli die erste Behandlung mit Ameisensäure erfolgen. Auf jeden Fall nicht wesentlich später.

Bei einem natürlichen Abfall über 5 Milben pro Tag ist bereits Eile geboten.

Der zeitige Termin für die erste Behandlung mit Ameisensäure kollidiert vielfach mit der ersten Gabe von Winterfutter. In vielen Beiträgen wird das ja zwingend vorgeschrieben. Ich finde das übertrieben, denn was die Bienen brauchen ist ein ausreichender Vorrat, auch von offenem Futter. Aber wenn man die Völker nicht brutal ausgeschleudert hat, dann haben sie das ganz von selbst.

Der Wintersitz hat sich ja noch längst nicht eingestellt und der Brutbereich ist in der Regel von offenem Futter umgeben. Verdeckelte Randwaben sind ohnehin tabu und auch auf den Brutwaben lässt man ja die Futterkränze unangetastet. Somit braucht man keine Zeit mit einer vorverlegten Winterfütterung vergeuden.
Ob Schwammtuch oder Verdunster bleibt der persönlichen Anschauung überlassen. Es geht letztlich nur um den Erfolg.

Verdunster, egal welchen Typ`s sind Langzeitbehandlung – das Schwammtuch hingegen eine kurzzeitige sog. Stoßbehandlung. Letztere hat den Vorteil die Königin nicht in ihrem Brutgeschäft zu unterbrechen, wenngleich man auch davon ausgehen muss dass jüngste Larven und gerade schlüpfende Bienen geschädigt werden können.

Anderseits ist mir eine wirksame Behandlung ganz ohne irgendwelche Nachteile nicht bekannt.
Ist dieser Termin nicht einzuhalten so kann zu einem späteren Zeitpunkt mit einer totalen Brutentnahme der Varroadruck um 80% verringert werden. Diese Brutwaben können eingeschmolzen oder auch auf Brutscheunen verteilt werden die dann allerdings als echte Varroabomben besonderer Behandlung bedürfen.

Auch hier zeigt sich eine Alternative am Horizont.

Der Varroacontroler !

Sicherlich eine sehr biologische Variante der Brutbehandlung nur durch Wärme. Dabei werden nur die Brutwaben ohne Bienen behandelt. Wir werden sehen wie sich dieses System im Bereich Berufsimkerei durchsetzt. Denn für Kleinimker wird es bei deutlich über € 2000,- wohl am Preis scheitern.Auch die mögliche Tagesmiete von € 60,- wird wohl noch eine Korrektur erfahren müssen. Aber allem Anschein nach funktioniert das System und sollte deshalb nicht unerwähnt bleiben.

Behandlung von Brutscheunen mit Ameisensäure!

Auch eine Möglichkeit die in ihrer Effizienz noch nicht gesichert ist, aber auch keinen Schaden anrichten kann. Brutscheunen sind eine Sammlung von Brutwaben aus verschiedenen Völkern ohne Bienen. Die Wirksamkeit von Ameisensäure ist hier wohl von der Aussentemperatur abhängig.

Brutscheunen kommen vor allem da zur Geltung wo man die Brut nicht einschmelzen möchte. Man sollte aber nicht übersehen dass es Varroabomben sein können.

Über die Sinnhaftigkeit bestehen keine Zweifel mehr, was die Völker betrifft denen die Brut entnommen wurde. Sie haben den Großteil ihrer Varroen damit abgegeben.

Wenn man die Brut gesondert schlüpfen lässt, können damit auch Kunstschwärme gebildet werden die nun wieder einer Behandlung leicht zugänglich sind.

Hier hat sich Tobee brutlos scheinbar recht gut bewährt. Angewendet bei Ablegern genügt es, sie oben auf die Rähmchen über dem Bienensitz zu sprühen. Die Wirkung erstreckt sich aber nicht auf die bereits verdeckelte Brut.

Der Klassiker für Völker ohne verdeckelte Brut ist seit jeher 15%ige Milchsäure die allerdings recht arbeitsintensiv ist, da sie Wabenweise gesprüht werden muss und daher für größere Stände kaum in Frage kommt.

Behandelte Kunstschwärme müssen im Anschluss an eine Behandlung solange luftig und kühl (nicht kalt) untergebracht werden bis die Dämpfe wieder abgeklungen sind. Aber das sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Zucht ab Juli !

In diesem Monat wird bei weiselrichtigen Völkern bereits die Pflege der Drohnen vernachlässigt. In vielen Völkern kann man bereits beobachten wie die Drohnen zwar noch unbehelligt, aber bereits in Ecken der Beute zusammengedrückt sitzen. Das sind keine vollwertigen Drohnen mehr wie wir sie für Begattungsserien benötigen. Daher sind Vatervölker zu entweiseln. Diese Völker haben jetzt auch einen Zuzug von Drohnen aus anderen Völkern und garantieren deren beste Versorgung.

Der Drohnenqualität ist jetzt ebenso vermehrt Beachtung zu schenken wie im Frühjahr. Andernfalls zwingen wir die Jungköniginnen zu unverhältnismäßig langen Begattungsflügen und riskieren mangelhafte Anpaarungen. Umgekehrt gelingt es gerade jetzt vermehrt die eigenen Drohnen zur Paarung einzusetzen wenn deren Pflege gewährleistet ist.

Um diese Zeit sollen auch Pflegevölker vor dem einhängen der Zuchtrahmen behandelt werden. Der Varroadruck ist naturgemäß hoch und die Weiselzellen können sonst Schaden nehmen.

Varroatoleranz !

Obwohl darüber viele, Optimismus versprühende Schriften verfasst wurden, konnte das bis jetzt noch nicht auf breiterer Ebene bestätigt werden.

Einen sinnvollen Beitrag zu diesem Thema kann aber Jeder leisten wenn er seine Völker zeitgerecht behandelt, sie aber nicht mit einer gut gemeinten übermäßigen Behandlungsdichte schwächt.

Das schließt gegenüber Vor – Varroazeiten einen erhöhten Winterausfall mit ein. Es ist durchaus belegt dass es immer wieder Völker gibt die den Winter auch ohne jede Behandlung gut überstehen.

Ebenso belegt ist aber, dass sich diese Eigenschaften nicht in kurzer Zeit in der Vererbung niederschlagen. Wäre dem Anders, hätten wir generell keinVarroaproblem mehr. Mit all seinen Sekundärerscheinungen. (Viren)

Es macht also Sinn einen Mittelweg zu suchen zwischen minimierter (aber ausreichender) Varroabehandlung und der Akzeptanz kalkulierter Winterausfälle. Es ist ohne Frage eine Art Seiltanz, aber das ist Varroabehandlung von Anfang an gewesen und „Überbehandlungen“ haben kein signifikant besseres Ergebnis erzielt.

Die beste Garantie im Frühjahr genügend Völker zu haben besteht einerseits darin jetzt ausreichend Ableger zu erstellen und anderseits alle Vollvölker ZEITIG das heißt VOR der Bildung von Winterbienen zum ersten Mal zu entmilben.

Ableger haben hier einen Vorteil. Da sie ja einen Brutstopp hatten ist ihr Varroadruck weniger hoch. Hier könnte der wirksamste Einsatz des Bienenpflegemittels Tobee brutlos liegen. Es ist einfach anzuwenden (aufsprühen über dem Bienensitz) und stört auch eine junge Königin nicht bei ihrer beginnenden Legetätigkeit.

Langzeitberichte über die Wirksamkeit in verschiedenen klimatischen Lagen stehen noch aus. Aber vorsichtiger Optimismus erscheint mir angebracht.

Ableger im Standmaß !

Wer so wie ich viele Jahre mit zwei Maßen gearbeitet hat (Zander + Flachzarge) weiß um die Vorteile wie größerer Brutraum und leichteres Gewicht, sowie Sortengewinnung. Aber auch um die Nachteile. Man kann z.B. keine Waben umhängen und auch das Ausscheiden von dunklen Waben ist wohl etwas komplizierter.

Miniplus

Ein drittes Maß wie Miniplus ist – wenn man die Arbeit mit zwei Maßen kennt – indiskutabel und auch unnötig. Die Idee von Miniplus halte ich grundsätzlich für ausgezeichnet und angesichts gestiegener Winterausfälle für mehr als nur sinnvoll. Aber das kann man im Standmaß genauso betreiben. Voraussetzung ist auch hier der abnehmbare Boden (mit Lüftungsgitter) und die Möglichkeit beliebig aufsetzen zu können. So kann man variieren wie es die Situation erfordert.

Deshalb bin ich auch von der oft empfohlenen Möglichkeit, eine Normalzarge für Ableger zu unterteilen wieder abgekommen. Man kann sie hier nicht individuell genug betreuen.

Königinnenreserve !

Ableger sind eine Volks – und Königinnenreserve, aber darüber hinaus kann man auch Königinnen im Apidea überwintern.

Dazu sind mindestens zwei Einheiten plus Futterzarge nötig. Das Futterabteil unten wird natürlich gegen Waben ausgetauscht. Apideas die zur Überwinterung vorgesehen sind sollen in diesem Monat bereits ausgebaute Waben besitzen und eine gute Futterkappe angelegt haben. Überwintert man in zwei Einheiten so ist die Futterzarge mit Teig unbedingt zu belassen. Die Bienen nehmen bei Platzmangel davon nur soviel sie brauchen. Der Teig ist nicht attraktiv genug um das Brutnest zu verhonigen. Aber er stellt eine jederzeit erreichbare Reserve dar, die auch oft genug benötigt wird.

Trotz der guten Isolation der Apideas hat es sich bewährt sie über den Winter im (Wärme) Block aufzustellen.

August

Wir beginnen ein neues Bienenjahr.

Die Völker sind abgeschleudert und haben in der Regel bereits eine Varroabehandlung erhalten. Wir können also davon ausgehen dass die Spitze des Befalls mit Varroen sozusagen gekappt ist.

Eine Stoßbehandlung mit AS ist wohl noch die gängigste Methode. An „weicheren“ Alternativen rücken jedoch sowohl Tobee als auch der Varroakontroler (Wärmebehandlung der verdeckelten Brutwaben) langsam ins Blickfeld. Auch komplette Brutentnahme ist eine Alternative. Deshalb möchte ich das hier etwas näher beschreiben.

Brutentnahme !

Sie betrifft abgeschleuderte Altvölker die mit dieser Methode „verjüngt“ werden sollen. Man entledigt sich dabei nicht nur der Varroen in der verdeckelten Brut, sondern ebenfalls aller dunklen Waben an die sonst in diesem Jahr nur mehr schwer heranzukommen wäre.

Man belässt EINE sogenannte Fangwabe mit offener Brut in der Mitte des Volkes und ergänzt mit ausgeschleuderten Waben bzw. Mittelwänden. Mischen von Mittelwänden und Waben ist zu vermeiden. Es gilt hier entweder/oder !!!

Da uns aber am Ende der Saison meistens sehr viele schöne ausgeschleuderte Waben zu Verfügung stehen werden wohl in den meisten Fällen die zur Anwendung kommen. Außerdem können wir dabei schöne Futter – und Pollenwaben mitverwenden. Es ist jedenfalls darauf zu achten dass das Volk NIEMALS ohne Vorräte belassen wird. Bei der Verwendung von Mittelwänden ist also SOFORT im gleichen Arbeitsgang zu füttern.

 

Bevor die abgekehrten Völker ihre Brut verdeckeln kann mit Milchsäure behandelt werden. Man rechnet pro bienenbesetzter Wabenseite mit 8ml 15%iger MS. Das kann man mit einem einfachen Zerstäuber leicht durchführen. Vorher sollte man einmal in einem Messglas feststellen mit wievielen Pumpenstößen die 8ml erreicht werden.

Alternativ zur MS kann auch Tobee brutlos verwendet werden. Das hat den weiteren Vorteil die Waben nicht einzeln besprühen zu müssen, da Tobee brutlos nur über den Bienensitz gesprüht wird. Also wieder viel schneller und daher schonender.

Da um diese Jahreszeit die Gefahr der Räuberei besteht ist es besser die Arbeit so spät am Abend wie möglich durchzuführen. Besonders auf großen Bienenständen würde ich da sehr vorsichtig sein. Kleine Stände sind hier im Vorteil.

Für Ableger aus der vergangenen Saison ist das ja ohnehin kein Thema. Die sitzen bereits auf jungen Waben.

Ordnen der Völker !

Hier ist nur darauf zu achten schlecht ausgebautes Wabenmaterial gegen hellbraune Waben zu ersetzen, die meist reichlich zur Verfügung stehen. Sie werden gegenüber den noch völlig Unbebrüteten von der Königin bevorzugt.

Was jetzt zählt ist der Zustand der Völker, denn sie sollen einen Winter überstehen und einen guten Start im kommenden Frühjahr hinlegen können. Wenn wir im Vormonat bereits auf entsprechende Futterreserven geachtet haben bleibt uns nur eine Ausgleichs – oder Ergänzungsfütterung. Nur wenn wir die Völker auf neuen Bau gesetzt haben ist eine komplette Auffütterung notwendig.

Windelkontrollen sind besonders bei Altvölkern ratsam, da es immer wieder einzelne Völker gibt die mit einem extremen Abfall überraschen. Bei Jungvölkern die ja einen Brutstopp gehabt haben wird der Abfall meist minimal sein. Es kommt einfach darauf an wie viele Brutzyklen das Volk in der Saison gehabt hat.

Vereinzelte geschädigte Bienen werden jetzt immer wieder beobachtet, aber wo die vermehrt auftreten wird die Windeldiagnose wohl einen starken Befall bestätigen und es ist sofort etwas zu unternehmen.

In diesem Monat kann immer noch Königinnenzucht betrieben werden wenn wir für ausreichend Drohnen gesorgt haben. Dazu ist es unerlässlich einige weisellose Völker am Stand zu belassen.

Besonders wenn wir Begattungskästchen aufgestellt haben die jetzt zumeist voll mit Bienen sind ist es einfach die neu zu beweiseln. Es zeigt sich jedes Jahr dass im Spätsommer oft hektisch Königinnen gesucht werden, da immer etwas passieren kann. Da ist so eine kleine Reserve ein Segen.

Die Frage ob Ein -, oder Zweiraumüberwinterung hängt weitgehendst vom verwendeten Rahmenmaß ab. Aber wenn wir schöne junge Waben besitzen ist es meist sinnvoller die von den Bienen betreuen zu lassen als sie umständlich aufzuheben. Für die Überwinterung selbst würde eine Zander oder zwei Flachzargen ausreichen.

Wintereinfütterung !

Ein Teil unserer Völker braucht nicht aufgefüttert zu werden. Ich belasse starken Völker den ganzen benötigten Vorrat aus eigenen Reserven.

Anders sieht es bei Jungvölkern aus die einen völlig anderen Zyklus haben. Sie sind noch immer in einem Aufwärtstrend und haben unzureichende Reserven. Es gibt verschiedene Systeme zur Auffütterung. Am aufwendigsten ist wohl die Futterzarge. Hier kann bienenfrei nachgefüttert werden. Das geht schnell und mindert die Gefahr einer Räuberei.

Die Futtertasche welche seitlich an Stelle von zwei Rähmchen eingehängt wird ist ebenfalls eine gute Alternative da sie im warmen Kern des Volkes gut abgenommen wird. Allerdings sind eben dafür zwei Waben zu entnehmen. Das sollte schnell und nur in den Abendstunden erledigt werden. Als Schwimmer verwenden wir Holzleisten oder alternativ, passende Forexplatten in die einige Löcher gebohrt wurden. Sie sind leicht zu reingen und es ist auch kein Malheur wenn sie in der Futtertasche verbleiben. Aber von Stroh bis Holzwolle sind der Phantasie hier keine Grenzen gesetzt.

Prinzipiell wird die Futtertasche nach der Auffütterung wieder entnommen und mit Waben aufgefüllt.

Bei Zweiraumüberwinterung kann man sie aber auch belassen.

Eine Einengung des Flugloches ist ebenfalls sinnvoll, denn besonders bei Honigfütterung ist die Raubgefahr sehr groß.

Der Futtervorrat sollte bis Ende des Monats vollständig ergänzt sein. Natürlich kann im Notfall auch noch im September gefüttert werden, allerdings besteht da die Gefahr dass bereits Winterbienen an der Arbeit beteiligt werden und das erschöpft natürlich ihre wertvolle Langlebigkeit.

Umweiseln sollte jetzt mit kompletten Ablegern erfolgen. Weisellose Völker kommen immer mal vor, sei es dass noch eine alte Königin im Stock war oder die Bienen versuchen noch umzuweiseln weil ihnen die Königin nicht gefällt. Es passiert nicht oft, kommt aber vor.

Ist kein Ableger verfügbar so wird jetzt der Käfig in einer Leerzarge (oder hohem Deckel wenn möglich) oben drauf gelegt, damit möglichst viele Bienen Kontakt nehmen können. Gleichzeitig erfolgt eine Futtergabe, ebenso in der Leerzarge. Das erleichtert die Annahme.

Alle Maßnahmen früherer Monate wie Aufsteckgitter oder Wohlgemutkäfig werden jetzt unterlassen, da das Brutnest nicht mehr geöffnet oder verändert wird. Gegen Ende des Monats muss sich auch der Imker an die kommende Winterruhe gewöhnen und sich darauf einstellen.

Schwache Völker können noch zusammengelegt werden wobei auf die Königin keine Rücksicht genommen wird. Das können die Bienen viel besser beurteilen.

Die Arbeit an den Bienen ist mit Ausklang des Monats auf ein Minimum geschrumpft und große Versäumnisse vergangener Monate sind jetzt nicht mehr auszugleichen.

September bis – – – > Jahresende

Die Wintereinfütterung ist bereits in vollem Gang und jetzt rasch zu beenden. Altvölker haben eine sehr starke Futterabnahme da sie auch über sehr viele Altbienen verfügen.

Bei zweizargiger Überwinterung kann man daher auch größere Mengen rasch einfüttern. Es ist Platz genug vorhanden. Bei Einzargern ist darauf zu achten das Brutnest nicht einzuengen. Ob Ein-, oder Zweizarger ist reine Geschmackssache.  Wenn man die Raumgröße der Volksstärke anpasst wird es im Frühjahr kaum Unterschiede geben.

Die Meinung, nur stark eingewintert, wintert auch stark aus ist ein Schlagwort welches meist nur unhinterfragt weitergegeben wird – einfach weil es gut klingt und auf den ersten Blick logisch zu sein scheint. Schaut man näher hin gibt es eine Reihe von „Wenn`s“ welche dieses Schlagwort bis in sein Gegenteil verkehren können.

Wenn – genug Jungbienen da sind. Wenn – genügend Winterbienen erzeugt wurden, Wenn – die Alterszusammensetzung stimmt, Wenn – die Eilage im richtigen Ausmaß erhalten wird usw.

Die Liste der Wenn`s ist lang und völlig unüberschaubar. Ich möchte auf einen Versuch hinweisen der dieses Jahr durchgeführt wurde.

Ein Flachwabenableger wurde ausgewintert auf gezählten 300 Bienen. Das ist nicht mehr als eine Hand voll. Ich sagte ausgewintert denn einen Winter übersteht eine Hand voll Bienen natürlich nicht. Der Ableger wurde temperiert bei ca. 9 Grad, verschlossen in einem Glashaus überwintert und erst Ende März frei aufgestellt.

Dabei wurde das Wetter im Auge behalten denn starker Nachtfrost durfte natürlich nicht sein. In dem Fall wurde er einfach (verschlossen) wieder in`s Glashaus gestellt.

Aber man bedenke, 300 Bienen sind kaum mehr als ein Apidea Kästchen voll. Der Ableger bekam natürlich keinerlei weitere Hilfen da man ja herausfinden wollte wie weit er es im Verlauf des Jahres selbst schafft.

Das Völkchen hatte im Frühjahr einen Futtervorrat von 2,5 kg und war in einen 6 Wabenkästchen einlogiert.

Die Überraschung: Am 4 Juli bekam dieses Volk die 4. (Flach) Zarge aufgesetzt mit Mittelwänden, nachdem es bis dahin bereits 3 ausgebaut hatte. Die 4. Zarge war ein MUSS weil die Bienen keinen Platz mehr hatten.

Dieses Volk war längst reif für die Waldtracht.

Diese Versuche sollen fortgesetzt werden – und es könnte leicht sein dass sie die „Schlagwortmeinung“ vom unbedingt nur stark eingewinterten Volk stark erschüttern werden.

Ein weiteres Beispiel:

Ein bekannter ungarischer Imker, überwintert grundsätzlich nur auf 2 x 6 Flachwaben übereinander. Seitlich wird ein Schied angebracht.

Der Betrieb führt ca. 350 Völker und gibt regelmäßig im Frühjahr so um die 100 Völker ab.

Von wegen – nur stark eingewintert …………!?

Im Jahresverlauf wird alles was über 50qdm Brut und 4kg Bienen hinausgeht abgeschöpft und für Ableger verwendet.

Vor der Einwinterung DARF das Volk nicht mehr als EINE Flachzarge Brut anlegen, denn zu starke Völker ergäben nur Probleme im nächsten Jahr mit Schwärmen und würden den Futterverbrauch unnötig erhöhen.

Es handelt sich hier um einen Frühtrachtimker, also mit der eindeutigen Absicht zeitig trachtreife Völker zu haben.

Meine liebsten Völker seit eh und je waren die Mittelstarken. Sie machen die wenigste Arbeit im nächsten Jahr, sind nicht so schwarmgefährdet wie die „Bomber“, sind Hünglertypen, das heißt sie passen ihre Brutleistung der Tracht an. Sie haben weniger Winterverbrauch und starten im Frühjahr natürlich wetterangepasst aber explosiv.

Bereits Guido Sklenar hat vor sogenannten Fleischvölkern gewarnt und sie wegselektiert. So ist er auch auf seine 47er Linie gestoßen und hat in dieser Richtung konsequent weitergearbeitet.

Extreme Wanderimker die ihre Völker sehr verschleißen mögen einen anderen Typ bevorzugen, aber sie sind die Ausnahmen und hier spreche ich von Standimkern mit begrenzter Wanderung. Es ist leicht einzusehen dass 2 x 6 Flachwaben übereinander nicht nur übersichtlicher sondern auch ökonomischer überwintert werden können, zumal das Hochformat auch einen leichten Zugang zum Futter gewährleistet. Es kommt bei breiten Formaten nicht selten vor dass die Bienen bei starker Kälte die Waben nicht übersteigen und manche Völker verhungern dann obwohl seitlich noch Futter genug wäre.

Ob Großräumiger Brutraum oder Flachzarge wird wohl noch lange die Gemüter erhitzen, aber die Flachzarge hat ihre Vorteile.

Varroabehandlung !

Ebenso zwiespältig sind die Meinungen über den Einsatz von AS (Ameisensäure). In Österreich wird meist 85%ige AS verwendet – entweder Stoß -, oder Langzeitbehandlung bzw. von oben oder unten. Das ist auch abhängig vom Beutentyp. Wir geben die AS bei Wirtschaftsvölkern von unten mit dem Schwammtuch und bei den 2 x 6 Wabenablegern von oben. Ebenfalls mit dem Schwammtuch in einer aufgesetzten Leerzarge. Dabei ist das Volumen der Leerzarge mitzurechnen als wären es Waben.

Man rechnet 2ml pro Wabe, aber auch das ist ein Wert welcher nicht unumstößlich ist. Es ist die Temperatur mit zu berücksichtigen. Vo unten verabreicht, kann man den Wert ruhig etwas hinaufsetzen, von oben hingegen ist größere Vorsicht geboten.

Ideal ist es wenn kurz nach der AS Gabe eine Unruhe entsteht die nicht länger als 10 Minuten anhalten sollte. Ein Aufbrausen des Volkes nach einschieben des Schwammtuches ist vorteilhaft weil es die AS sofort im Stock verteilt. Die Frage ob AS von unten auch wirkt, da sie ja schwerer als Luft ist stellt sich längst nicht mehr da hier die empirischen Erfahrungen bereits Bände füllen würden.

Die Anzahl der Behandlungen sollte mit einer Varroakontrolle, entweder in der Stockwindel oder alternativ mit der „Staubzuckermethode“ ermittelt werden. Bei Letzterer wird eine gleichbleibende Menge an Bienen (z.B. Joghurtbecher voll) mit Staubzucker ordentlich durchgeschüttelt und der Zucker gleich danach auf eine saubere Unterlage abgesiebt.

Die Varroen verlieren dadurch den Halt auf der Biene und können anschließend ausgezählt werden. Die Bienen gibt man einfach in das entsprechende Volk zurück.

Über die spätere Winterbehandlung mit Oxalsäure (z.B. Bienenwohl) bestehen ebenfalls verschiedene Ansichten. Auf jeden Fall hat sie bei Brutlosigkeit zu erfolgen da sie bei verdeckelter Brut wirkungslos ist.

Von einer mehr als einmaligen Öxalsäurebehandlung ist abzusehen.

Aber auch das Öffnen der Völker im Winter hat nicht nur Befürworter. Es ist immerhin ein starker Eingriff ins Volk, welches sich bereits gegen Zugluft verkittet hat. Es ist zumindest strittig ob dies noch als biologisch einwandfrei anzusehen ist.

Dennoch soll alternativ zur Oxalsäure noch Tobee brutlos erwähnt werden welches zumindest schneller einzubringen ist, da es nur über den Bienensitz aufgesprüht wird.

Wabenmaterial !

Falls man Waben über Winter aufbewahren will haben unbebrütete sog. Jungfernwaben die beste Chance das Frühjahr unbeschadet zu erleben. Kühlräume werden dem kleinen Betrieb nicht zur Verfügung stehen. Aber in Zargentürmen überwintern auch mittelbraune Waben recht gut, wenn sie großzügig mit Ameisensäure versorgt werden.

Vogelschutzgitter !

Wenn später die Nebel nicht mehr weichen wollen und der Wind bereits nach dem nahenden Winter schmeckt, am Bienenstand Ruhe eingekehrt ist – dann ist es Zeit die Mausschutzgitter vor den Fluglöchern anzubringen und allenfalls auch für einen Vogelschutz zu sorgen.Der Grünspecht, auch Grau -, oder Erdspecht genannt ist nicht überall heimisch aber wo er auftritt vermag er ganze Beuten zu zerhacken. Zumindest schädigt er aber die jetzt ruhebedürftigen Bienenvölker oft bis zu deren Tod.

Der Buntspecht ist nach allgemeinen Aussagen harmlos, da er sich fast nie in Bodennähe aufhält. Er bewohnt ein höheres Habitat.

Der nur selten auftretende Schwarzspecht ist aber ebenfalls eine Gefährdung für die Völker.

Auch die netten Meisen, besonders die frechen Kohlmeisen lernen an manchen Orten den Trick solange am Flugloch zu klopfen bis einige Bienen nachschauen kommen. Die schnappen sie dann weg. Obwohl diese paar Bienen wohl verschmerzbar wären ist aber die dadurch erzeugte permanente Störung eine echte Gefährdung.

Hier sind Vogelnetze, oder Hasengitter unverzichtbar um den Bienen die nötige Ruhe zu ermöglichen.

Noch ein Wort zu den gefürchteten Spitzmäusen. Sie können sich oft noch durch 7mm niedere Fluglöcher zwängen und sind als Insektenfresser am Bienentotenfall interessiert. Kommen sie nur mit aller Gewalt durch ein niederes Flugloch passiert es nicht selten, dass sie anschließend vollgefressen nicht mehr hinaus können. Wir haben sie also selbst wie in einer Falle gefangen. Statt sie am eindringen zu hindern, verwehren wir ihnen den Ausgang. Jetzt werden sie zur Belästigung für die Bienen da sie auf der Suche nach einem Ausgang herumrumoren. Dadurch fallen natürlich weitere „frische“ Bienen aus der Wintertraube und irgendwann kapieren diese kleinen Dinger dass es sich eigentlich hier recht gut wohnen lässt.

Ist das Flugloch aber groß genug um die kleinen Spitzmäuse rein und vollgefressen auch wieder raus zu lassen, machen sie wenig Lärm, schlagen sich am Totenfall den Bauch voll und verschwinden wieder. Ein wirksame Maßnahme ist hier nur der Fluglochrechen, der auch Spitzmäuse abhält.

Viel schlimmer ist aber die Feldmaus.  Sie richtet sich im Stock nämlich ihr Nest ein. Zernagt die Waben und schleppt solche Mengen an Baumaterial in das Volk dass bereits Völker am Sauerstoffmangel zugrunde gegangen sind. Ein Mausschutzgitter mit einer Maschenweite von ca. 10 – 13 mm hält die Feldmaus fern und ist für die Spitzmaus kein Hindernis.

Schnee und Eis !

Der allerbeste Schutz für Bienen im Winter ist eine möglichst dicke Decke aus lockerem Pulverschnee. Je dicker desto besser. Vogelschutz ist hier unnötig, aber Mausschutzgitter sind dennoch notwendig.

Unter einer dicken Schneedecke herrscht absolute Stille und der Schnee lässt auch genügend Luft durch. Bei vollen Böden ohne Gitter ist allerdings darauf zu achten dass die Fluglöcher nicht vereisen. Bei Gitterböden ist das weniger tragisch. Wenn wir uns nun langsam zurückziehen in die warme Stube mit dem Bewusstsein für unsere Bienen das Bestmögliche getan zu haben, wenn draußen das Wetter seinen jahreszeitlichen Verlauf nimmt – haben wir Zeit, das Jahr in Gedanken durchzugehen – seine Besonderheiten, die kleinen oder auch nicht so kleinen Erlebnisse in dem Wissen: „Kein Jahr gleicht dem Anderen, jedes Jahr ist anders.“

Und so werden wir nachdenken und die Verhaltensweisen und Biologie unserer Bienen weiter studieren. Wir werden unsere Erlebnisse erzählen und persönliche Erfahrungen austauschen. Wir werden die Natur der Bienen weiter erforschen und damit auch unsere Eigene die wir freiwillig miteinander verbunden haben.

Damit verabschiede ich mich aus den Monatsbetrachtungen – bis vielleicht nächstes Jahr mit einigen Ergänzungen, denn Veränderung ist die einzige Konstante.